Donnerstag, 24. Dezember 2015

30 Days Of Night (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0389722/

30 Tage im Jahr lang herrscht in Barrow, der nördlichsten Siedlung der USA, völlige Dunkelheit. Stella Oleson (Melissa George), deren Ehe mit Sherrif Eben (Josh Hartnett) in einer tiefen Krise steckt, will das letzte Flugzeug raus aus Barrow nehmen. Dazu kommt es nicht. Ein Autounfall verhindert Stellas Abreise, der Flieger ist weg und sie hängt für 30 Tage fest – denn in dieser Zeit ist der Ort von der Außenwelt abgeschnitten. Und die Probleme werden noch größer. Zunächst muss Sheriff Oleson einen Tierschänder stellen, der eine Rotte Schlittenhunde massakriert hat. Doch schon bald geht es auch den ersten Menschen äußerst unsanft an den Kragen. Die Prophezeiung des Fremden (Ben Foster), der dem Dorf das Aussterben voraussagt, scheint einzutreten. Eine Gruppe Untoter um den Chefvampir Marlow (Danny Huston) hat reichlich Blutdurst und will sich in den 30 Tagen Dunkelheit so richtig austoben...

"30 Days Of Night", ein netter, blutiger Vampirstreifen, gelingt eine gute Einleitung, die Lust auf mehr macht. Die Kamera ist authentisch, die Schauspieler sind solide bis gut und Regisseur David Slade ist es nicht nur gelungen, einen starken Vampirfilm zu inszenieren, der mit Blut und Gewalt nicht geizt, sondern auch ein rasendes Tempo zu bieten, dass keine Zeit für Ruhe parat hält. Relativ zeitnah beginnt sich ein Konflikt zuzuspitzen und aufgrund des Settings entsteht eine sehr intensive Atmosphäre, die aufgrund der lebensbedrohlichen Umgebung nicht nur einmal an John Carpenters "The Thing" erinnert. Die Spannung ist konstant hoch, und auch der Gorefaktor ist nicht zu verachten. Die Effekte sehen optisch gut aus, bis auf ganz wenige Ausnahmen. Die Kameraführung ist innovativ, besonders beeindruckt die Heliaufnahme beim ersten großen Angriff der Vamire.


Josh Hartnett gibt einen recht passablen Protagonisten ab, Ben Foster liefert eine widerlich gute Leistung ab, er sorgte für eine tolle Einleitung in den Film. Mark Boone Jr. in der Rolle des schrulligen Eremiten weiß auch zu glänzen. Clever war der Schachzug, einen dementen alten Mann einzubauen, welcher für zusätzliche Dramatik sorgt und den Puls des Zusschauers ein ums andere Mal hochschiessen lässt. Lediglich Melissa Georg will so gar nicht ins Bild passen. Ihre schauspielerische Darstellung ist zwar gut, jedoch hat sie offensichtlich eineen chirurgischen Eingriff hinter sich gehabt, sodass ihr in fast jeder Szene der Mund offensteht. So sieht sie entweder dauerhaft verwundert aus oder wirkt wie eine Zurückgebliebene.

"30 Days Of Night" hat leider auch einige Logikfehler, jedoch nichts so  gravierendes, weshalb man darüber hinwegsehen darf. Die Vampire sind mit ihrer raubtierähnlichen Darstellung als gelungen, ihre Sprache jedoch nervt nach einer Weile. Möglicherweise wäre es besser gewesen, sie zumindest in sprachlicher Hinsicht menschlicher darzustellen. "30 Days Of Night" ist also ein überraschend guter Film. Die Vampire werden zu ihren blutrünstigen Wurzeln zurückgeführt und hinterlassen nichts als Tod und Schrecken. Dazu spielt das Ganze in einer Gegend, die wie für sie geschaffen ist. Gepaart mit stellenweise großártigen Bildern und einem soliden bis guten Cast ergibt sich hier ein unterhaltsamer kleiner Film.

7/10