Samstag, 14. November 2015

The Perfect Husband (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2820008/

Viola und Nicola führen eine perfekte Ehe. Als die beiden ihr erstes gemeinsames Kind erwarten, könnte das Glück kaum größer sein. Doch dann verliert Viola das Kind und ihre Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt. Nicola scheint dieses traumatische Ereignis verarbeiten zu können, Viola jedoch stürzt in eine tiefe Depression. Zur Ablenkung fahren die beiden für ein entspannendes Wochenende in eine abgelegene Waldhütte. Dort hoffen sie, gemeinsam eine romantische Zeit erleben zu können. Doch in den Tiefen des Waldes offenbart sich die dunkle Seite des Menschen & Viola muss erkennen, dass eine vermeintlich perfekte Ehe auch ihre Schattenseiten hat - abgründige, düstere und grauenvolle Seiten ...

Eins vorweg: der Mix aus Psychothriller, Slasher und Torture-Elementen in "The Perfect Husband" will ganz sicher nicht das Rad neu erfinden. Aber er versucht immerhin mit ein paar gewissen Zutaten aus Thrill, Mystery und Gore beim Zuschauer zu punkten und zu unterhalten. Leider lässt sich Regisseur Lucas Pavetto bei der Einführung Zeit. Zu viel Zeit, denn so wirklich will in den ersten 25 Minuten nichts wirklich Bewegendes passieren, bis das plakative Gekröse einsetzt. Doch obwohl der Beginn recht zäh ist, schafft es der Film dann gegen Ende doch noch einen ordentlichen Twist einzubauen, der einen aus der langsam zu kritisch werdenden Phase heraus holt. Denn dieser Twist gibt dem Film urplötzlich einen völlig neuen und vielleicht sogar tieferen Sinn, der einen wie gebannt auf den Bildschirm starren lässt.

Dennoch: womit man sich mehr Mühe hätte geben müssen, ist mindestens einen für den Zuschauer greifbaren Sympathieträger zu haben, sowie ein etwas elektrisierender Spannungsaufbau. Weiterhin stört, dass Optik, Kameraführung, Schnitt und Dialoge fast schon auf Soap-Niveau liegen. Dies ist aufgrund des Minibudgets zwar verzeihlich, aber gerade deswegen sollte man auch keine großartigen Effekte erwarten. Wenn dann doch welche - meist sehr blutig - eingestreut werden, wird leider auch noch durch den Schnitt geschönt. Selbst die Jumpscares funktionieren mehr schlecht als recht.

Die Schauspieler hingegen sind sehr passabel, wobei Gabriella Wright gerade im Finale beweist, was sie kann. Dank seiner relativ kurzen Laufzeit von 83 Minuten verzeiht man dem Regisseur den behäbigen Anfang. Und ob der Twist zum Finale nun für den einen oder anderen vorhersehbar war oder nicht - am Ende bleibt ein annehmberer Thriller, der zumindest etwas aus der Masse heraus sticht und mit Atmosphäre und sogar itlaienischem Style punkten kann.

6,5/10

Von Illusions, Ultd. erschien der Film im schicken, limitierten und nummerierten Mediabook.