Samstag, 21. November 2015

Fracture - Das perfekte Verbrechen (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0488120/

Ted Crawford (Anthony Hopkins) ist ein Profi. Sein Typ wird immer dann verlangt, wenn ein Flugzeug abgestürzt ist. Durch Materialanalysen hilft er dabei, die Schwachstellen der jeweiligen Maschine zu entdecken. Ähnlich dominant ist der reiche Crawford auch im Privatleben. Als er entdeckt, dass seine wesentlich jüngere Frau Jennifer (Embeth Davidtz) eine Affäre mit dem Polizisten Rob Nunally (Billy Burke) hat, schießt er sie eiskalt nieder und ruft die Polizei. Zunächst täuscht Crawford eine Geiselnahme vor, um sich später von dem Geiselverhandler Nunally festnehmen zu lassen. Der junge, ehrgeizige Staatsanwalt Willy Beachum (Ryan Gosling) bekommt den offensichtlich eindeutigen Fall zwischen Tür und Angel von seinem Boss, dem Bezirksstaatsanwalt Joe Lobuto (David Strathairn), aufgedrückt. Die vermeintliche Routineverhandlung vor Gericht endet jedoch im Desaster. Die Tatwaffe ist nicht auffindbar und zudem kommt offiziell heraus, dass Polizist Nunally ein Verhältnis mit der Frau des Angeklagten hatte, die nun im Koma liegt. Staatsanwalt Beachum ist blamiert, weil er völlig uninformiert in den Prozess ging. Seine neue Vorgesetzte Nikki Gardener (Rosamund Pike) stützt ihren Schützling, der seinen Fehler wieder wettmachen will. Von nun liefern sich Beachum und Crawford ein unerbittliches Psychoduell...

Die Frage nach dem perfekten Verbrechen wird wohl für immer ein Mysterium bleiben. Gibt es dieses oder eben doch nicht ? Auch "Fracture" gibt schlussendlich keine genaue Antwort darauf,dennoch nimmt sich der Regisseur Gregory Hoblit genau dieser Frage an und inszeniert mit seinem Film einen spannenden und vor allem schauspielerisch wertvollen Kriminalthriller, der überraschender Weise keinerlei Längen offenbarte. Das Besondere an diesem Thriller ist nicht nur, dass er sich nicht mit der Suche nach dem Täter beschäftigt, sondern auch dass die eigentliche Handlung daraus besteht dem schon bekannten Täter, die Tat nachzuweisen. Was sich langweilig anhört, entpuppt sich jedoch als höchst unterhaltsames Psychospielchen zweier Protagonisten, die beide auf ihre Weise genial sind und dies auch gerne zur Schau stellen.

Schauspielerisch hat man hier mit Ryan Gosling sicherlich die optimale Besetzung des jungen Willy Beachums gefunden. Er als aufsteigender Schauspielstar verkörpert den ebenfalls aufsteigenden Anwalt mit der beachtlichen Verurteilungsquote so frisch und dynamisch, dass eine imposante Leinwandpräsenz entwickelt. Er ist mindestens genauso stark wie der hier auch glänzend aufgelegte Antony Hopkins. Sie liefern beide eine enorm starke Leistung ab und umschiffen so die Längen in der Handlung durch unterhaltsame Dialoge und eine unheimliche Harmonie untereinander. Handlungstechnisch lässt der Film vor allem gegen Ende dann ein wenig Federn, denn man weiß zum Schluss nicht so recht, wie denn jetzt die Zukunft von dem jungen Anwalt tatsächlich aussieht, was sehr verwunderlich ist, da diese doch recht oft angeschnitten wird und ihr eigentlich große Bedeutung zugekommen ist.

Aber unterm Strich überzeugt "Das perfekte Verbrechen" durch den etwas anderen Handlungsstrang und die überdurchschnittlich gute Leistung der überragenden Hauptdarsteller, die dem Film eine gewisse Würze verleihen und ihn nicht im endlosen Mittelmaß verkommen lassen. So kann man sich zum Schluss noch mal auf einen überragenden Showdown freuen, der auch das Schauspielduell Altmeister gegen Jungstar erfolgreich wiederspiegelt.

7,5/10