Sonntag, 18. Oktober 2015

Triangle - Triangle: Die Angst kommt in Wellen (2009)

http://www.imdb.com/title/tt1187064/

Jess (Melissa George), junge Mutter eines autistischen Sohnes, unternimmt am Wochenende mit einigen Freunden einen Segeltörn. Als die kleine Yacht in einen fürchterlichen Sturm gerät und kentert, können sich die Schiffbrüchigen mit Mühe und Not auf einen verlassenen Ozeandampfer retten. Die Kabinen stehen leer, die Brücke ist unbemannt, die Korridore scheinen verwaist. Es dauert jedoch nicht lange, bis die Freunde feststellen, dass sie nicht alleine an Bord sind...

"Triangle" beginnt wie jeder beliebige Genrefilm von der Stange, nur dass Regisseur Christopher Smith seinen Slasher mitsamt der üblichen von Heiterkeit geprägten Exposition und seinen klischeehaften Charakteren von der ansonsten gerne verwendeten Prärie oder wäldlichen Gegenden auf die hohe See verfrachtet. Das Meer als weites Nichts, auf dem es kein Entkommen gibt und dem man schutzlos ausgeliefert ist.

Dann aber begeht Smith andere Wege, beginnt jegliche Zeitebenen und Handlungsversionen zu verschränken und formt aus einem atmosphärischen und durch seinen Schauplatz bestechenden Horrorfilm einen psychotischen Mysterythriller, der gezielte Verwirrung beim Zuschauer hervorruft und durch seine extravagante, intelligente und arg komplexe Täterauflösung aus dem Horror-/Thriller-Einheitsbrei heraussticht. Alle Fragen vermag dieser irreführende Trip letzten Endes aber auch nicht zu beantworten und selbst die fehlende Greifbarkeit ist bei einem solchen filmischen Paradoxon unvermeidlich. Jedoch hinterlässt "Triangle" trotz vieler Fragezeichen, die noch nach den Credits im Kopf herumschwirren, einen insgesamt sehr guten Eindruck. Die geschickte Konstruktion lädt zu ausgiebigen Interpretationsansätzen ein. Auch abseits seines andersartigen Handlungsverlaufs weiß Smith wie ein gelungener Mix aus Slasher, Horror, Survival, Mystery und Psycho zu drehen ist. Der Cast ist durch die Bank weg gut besetzt, Hauptdarstellerin Melissa George mit ihrem facettenreichen Spiel der so dringend benötigte Halt für den verwirrten Zuschauer. Für die nötige Portion an bedrohlichem Momentum sorgt eine mobile, perspektivreiche Kamera, die sich gewandt durch die labyrinthischen Gänge des verlassenen Kreuzfahrtschiffs schlängelt.

"Triangle" braucht keine Jump-Scares, keine Monster, Mutanten oder sonstiges, um (zumindest meistens) bedrückend und schaurig zu wirken. Ein vielschichtiger Schocker, der bei all der Stumpfsinnigkeit, die seine filmischen Brüder im Geiste verbreiten, auch mal für ordentlich Betrieb in den grauen Zellen sorgt.

7,5/10