Freitag, 9. Oktober 2015

Scenic Route (2013)

http://www.imdb.com/title/tt2012011/

Mitchell (Josh Duhamel) und Carter (Dan Fogler) sind alte Freunde, die in den vergangenen Jahren jedoch kaum noch Kontakt miteinander hatten, da sie jeweils unterschiedliche Entscheidungen für Ihr Leben getroffen haben. Um ihrer Freundschaft neues Leben einzuhauchen und ein wenig Abstand von den Sorgen und Nöten des Alltags zu bekommen, die auf beiden lasten, wollen sie zusammen einen Roadtrip durch die Wüste unternehmen. Doch als ihr Truck mitten im Nirgendwo eine Panne hat und die beiden hilflos am Straßenrand zurückbleiben, hinterfragen die Freunde die jeweiligen Entscheidung des anderen. Von der Hitze und Aussichtslosigkeit ihrer Situation getrieben treten lang zurückliegende Konflikte zutage, was einen folgenschweren Streit und eine brutale physische Auseinandersetzung entfacht.

"Scenic Route" beginnt recht harmlos, und wenn man es nicht besser wüsste, dann könnte der Anfang auch als Komödie á la "Hangover" rüberkommen. Doch diese Szenen sind nur die Ruhe vor dem Sturm. Als der Wagen stehen bleibt ist der erste Grund völlig überraschend ausgefallen, wenn auch etwas makaber und unglaubwürdig. Aber dem soll nicht so bleiben. Obwohl beide Freunde mittlerweile im Laufe der Jahre absolute Gegenpole darstellen, bleibt der Gesprächsstoff sehr interessant: Mitchell´s Leben, der mal eine Frau liebte und mit der "Nächstbesten" heiratete, ein Haus kaufte, erfolgreich im Job ist und einen Sohn sein Eigen nennt, wird von dem arbeitslosen Carter komplett in Frage gestellt. Das hat schon philosophische Ansätze und jeder Zuschauer wird sich auch persönlich mit dieser Frage auseinandersetzen - es sei denn, Smartphone, Fastfood und Playstation 4 kommen zuerst in seiner Nahrungskette.

Währenddessen wird die Lage immer bedrohlicher und die Stimmung aufgrund der schier unglaublichen Naturgewalten immer heftiger, bis es eskaliert. Obwohl "Scenic Route" in der Prärie spielt, ist dieser Film ein Kammerspiel - und er hat es in sich. Dieser Film lebt von seinen Dialogen und erzeugt somit eine unglaubliche Intensität, wobei nicht wirklich eine richtige Spannungskurve entsteht, aber trotzdem den Zuschauer an sich bannt. Die Referenzklasse erreicht dieser Film dennoch nicht. Dafür gibt es zu viel Leerlauf, Dialoge, die man sich auch hätte auch verkneifen können und eben Gevatter Zufall, der den beiden nicht gut gesinnt ist.

6,5/10