Dienstag, 27. Oktober 2015

I Still Know What You Did Last Summer - Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast (1998)

http://www.imdb.com/title/tt0130018/

Eine Reise in die Bahamas: Was kann es Schöneres geben für zwei Collegemädchen wie Julie (Jennifer Love Hewitt) und ihre Zimmergenossin Karla (Brandy Norwood)? Dort angekommen, beginnt der Thrill: Julie wird eines der ersten Opfer eines Fischers, der eine erschreckende Ähnlichkeit mit dem Killer aufweist, der vor einem Jahr diverse Freunde Julies am Haken hatte. Aber wurde der Kutten-Mann nicht getötet? Julie und den anderen jungen Leuten auf dem Insel-Paradies (Mekhi Phifer, Jennifer Esposito...) haben kaum Zeit, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen. Der Leichenberg wächst, ein Unwetter macht die Flucht aufs Festland unmöglich...

Es war ja klar, dass nach dem offenen Ende des ersten Teils unbedingt eine Fortsetzung her musste. Witzigerweise spielt die völlig billige Cliffhanger-Abschluss-Szene aus dem ersten Teil keine wirklich relevante Rolle. Man muss auch gleich zu Beginn sagen, dass "Ich weiß noch immer was du letzten Sommer getan hast" in allen Punkten deutlich schwächer als sein Vorgänger ist. Auch das Drehbuch bietet unfassbare Patzer und man mag kaum für möglich halten, dass sogar noch ein dritter Teil gedreht wurde - nach all dem hier. Wenn man diesen dann allerdings gesehen hat, ist der zweite Teil hier mit einem Schlag, ähm Haken gar nicht mehr so schlecht...

Und warum ist nun der zweite Teil völliger Unsinn? Nun, bis auf 2 Darsteller sind ja bereits schon alle übrigen Protagonisten, die überhaupt erst zu dem ganzen Wahnsinn führten entweder a) tot oder b) gar nicht schuld. Und so ist die Story zu diesem Teil völliger hanebüchener Quark, der aus wahllosen Morden, nervigem Gekreische, nichtssagenden Dialogen und nassen Wonderbra-verdeckten Brüsten im Regen führt. Noch dazu ist hier eine Szene unlogischer als die Andere und wen auch immer der Twist am Ende tatsächlich noch überrascht, er ergibt von vorne bis hinten keinen Sinn.

Die arme Jennifer Love-Hewitt. Auch wenn ich kein Fan von ihr bin, hat sie so eine komplett dämliche Rolle nicht verdient. Sie agiert unfassbar schlecht. Frage: was macht man wenn man mit einer Axt vor dem Killer steht? - Genau, man rennt weg! Sensationell. Und wer kam auf die grandiose Idee Sängerin Brandy Norwood zu casten? Mag sein, dass viele Musiker gut schauspielern können, aber Brandy gehört definitiv nicht dazu, denn sie spielt so überzogen schlecht, dass man sich fast das Lachen verkneifen muss. Auch Freddie Prinze Jr. ist wieder unter aller Kanone und es ist einfach zum Fremdschämen, mit ansehen zu müssen, wie er verzweifelt versucht ein ängstliches oder schockiertes Gesicht zu machen - und es einfach nicht schafft. Kein Wunder, warum er wieder in der Versenkung verschwand (oder hat seitdem jemand wieder von ihm gehört?). Einzig Jack Black war in seinen kurzen Momenten besser als jeder andere einzelne Akteur in diesem Film, auch wenn seine Figur im Film überhaupt keinen Nutzen hatte.

Das klingt jetzt alles richtig mies. Ist es eigentlich auch, aber der Film hat tatsächlich auch gute Sachen auf Lager. Die Atmosphäre, sowie die Location sind hervorragend, die Soundeffekte und die Kameraarbeit sind zudem noch ganz gut und sogar ein paar Kills sind nett anzusehen. Dennoch ist der zweite Teil dieser Reihe zwar streng gesehen eine ziemlich schlechte Nummer mit extrem miesen Darstellern, aber trotzdem gerade noch so schaubar.

4/10