Montag, 26. Oktober 2015

I Know What You Did Last Summer - Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast (1997)

http://www.imdb.com/title/tt0119345/

Die Freunde Julie (Jennifer Love Hewitt), Helen (Sarah Michelle Gellar), Barry (Ryan Phillippe) und Ray (Freddy Prinze Jr.) rasen nach einer feuchtfröhlichen Party in Barrys Auto eine Küstenstraße entlang. Da die Teenager weiter ausgelassen feiern und in der Dunkelheit nicht auf die Fahrbahn achten, überfährt Ray plötzlich einen Mann, dessen Gesicht durch den Unfall bis zur Unkenntlichkeit entstellt wird. Aus Angst, die Polizei würde ihnen die Geschichte nicht glauben und vermuten, der betrunkene Barry habe am Steuer gesessen, tragen sie den Schwerverletzten ans Ufer und werfen ihn ins Wasser. Anschließend schwören sie sich, nie wieder über diese Nacht zu sprechen. In den folgenden Monaten verlieren sich die vier aus den Augen. Als sie sich ein Jahr später in den Sommerferien wiedertreffen, erhält Julie einen anonymen Brief mit einer düsteren Botschaft - jemand scheint von dem Geheimnis der Gruppe zu wissen und macht gnadenlos Jagd auf sie …

"Ich weiß was du letzten Sommer getan hast" gehört zu den etwas besseren Ablegern der berühmten Teenie-Horror-Welle aus den 90er Jahren, auch wenn man sich ab und zu eingestehen muss, dass der Film teilweise sehr bescheuert ist. Aber genau dadurch ist es irgendwie eine spaßige Angelegenheit und eigentlich ist es eine nette Vorgehensweise, dass man zunächst unsere Protagonisten als Täter darstellt, wodurch dann die Morde im späteren Verlauf resultieren. Anders als bei "Scream" oder "Düstere Legenden" ist hier die Auflösung völlig banal und bleibt frei von konkreten Erklärungen. Der Showdown ist zudem völlig platt und der Film wird mit einer ganz billigen Szene beendet, auf die in der Fortsetzung übrigens gar nicht mehr eingegangen wird. Aber der Film ist durchaus spannend inszeniert und hat einige nette Szenen. Dafür, dass der Film erst ab 18 Jahren freigegeben ist, hat er kaum erwähnenswerte Schock-Momente und auch in Sachen Brutalität ist das Ganze hier wirklich sehr mild.

Die Schauspieler sind ein großes Manko. Jennifer Love-Hewitt und Sarah Michelle Gellar kreischen hier um die Wette, vor allem auch in Szenen, in denen man es nun gerade nicht tun sollten. Freddie Prinze Jr. hingegen war komplett katastrophal, bei ihm ist einfach keinerlei schauspielerische Qualität entdeckbar: die Aura einer Salzsäule und ein arg eindimensionales Gesicht macht ihn nicht gerade glaubwürdig. Einzig Ryan Phillippe spielt noch auf einem ordentlichen Level und er ist deutlich der beste Darsteller im Film. So kommt es, dass auch in diese Bewertung ganz viel Nostalgie-Bonus mit einfliesst. Der Film hat einige seltsame Stellen, in denen man sich auf Grund des reichlich dämlichen Verhaltens mancher Charaktere nur an den Kopf fassen kann. Aber der Film unterhält und hat einfach diesen einlullenden 90er Horror-Charme. Für die heutige Generation dürfte der Film aber kaum schockierend sein, die kennen ja inzwischen ganz andere Kaliber. Aber wer es gerne etwas einfach gestrickter mag und eine Vorliebe für klassische Teenie-Slasher hat, ist hier bestens bedient.

6,5/10