Sonntag, 11. Oktober 2015

Death Machine - Death Machine: Monster aus Stahl (1994)

http://www.imdb.com/title/tt0109575/

Der skrupellose Rüstungskonzern Chaank Industries führt unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit geheime Experimente mit Kampfrobotern durch. So entwickelt der Chef der Konstruktionsabteilung Jack Dante (Brad Dourif) gerade einen neuen Killerroboter. Warbeast, so der Codename der Killermaschine, soll im Kriegsfall hinter den feindlichen Linien abgeworfen werden können, um in den gegnerischen Reihen Angst und Schrecken zu verbreiten. Ausgestattet mit verschiedenen Nahkampfwaffen wie Klauen und Zähnen greift dieser gigantische Roboter jedes Geschöpf an, dass in seiner Gegenwart Angst zeigt...

Mit "Death Machine" liefert Stephen Norrington ("Blade") eines der besten Regiedebüt aller Zeiten ab. Diesen Satz sollte man nicht überbewerten, handelt es sich bei "Death Machine" ja doch eher um ein trashiges B-Movie. Aber eben eines der besseren Sorte. Der wilde Mix aus Independent-Science Fiction, Horror, Geselschaftskritik und Action bringt zudem viel Selbstironie mit, sodass man ihm die offensichtlichen Schnitzer in der Story und die nicht immer einwandfreien Effekte gerne verzeiht. Immer wieder haut der Film völlig unvermittelt gut getimte Gags raus, die mal wieder unterstreichen wie genial der britische Humor ist. So wird dieser reichlich debile Quatsch zu einem richtig netten Spaß. Allein die Benennung seiner Figuren ist eine Verneigung seiner Vorbilder: da gibt es Jack Dante, John Carpenter, Sam Raimi, Scott Ridley oder zwei Ökoterroristen names "Weyland" und "Yutani". Norrington huldigt schon allein dadurch seinen Vorbildern. Und er macht seine Sache verdammt gut. Die Mischung aus "Robocop", "Aliens" und "Terminator" funktioniert nicht nur auf der Ebene des reinen SF-Horroractioners, sondern auch als kleine fiese, zynische Abrechnung mit der Rüstungsindustrie und ihre Allmachtsfantasien.

Genial dargestellt von Brad Dourif, der hier eine großartige Performance (für eben solch einen Film) mittels gnadenlosem Overacting abliefert. Nach niedrigem Budget schaut der Streifen ebenfalls nicht aus, da hat auch der Kameramann John de Borman seinen großen Anteil. Seine Bildkompositionen bestehend aus düster-kalter Techno-Optik und geschicktem Licht- und Schatteneinsatz zeugt vom Spannungsaufbau und einer Suspensekurve die stets nach oben geht. "Death Machine" ist, wenn man dies alles zusammen betrachtet, ein einfalls- und extrem zitatreicher Schlocker der B-Klasse, der sein eher geringes Budget recht geschickt durch sehenswerte Kameraspielereien und den schnellen, dabei aber nicht unübersichtlich werdenden Schnitt kompensiert und fast schon allein wegen Brad Dourifs Darstellung des wahnsinnig waffenverliebten Wissenschaftlers eine Sichtung wert ist.

7/10

Von TURBINE Medien kommt - in Zusammenarbeit mit NSM Records - der Film in seiner ungeschnittenen (und immer noch indizierten) Form in einem stabilen und optisch sehr leckerem DigiPak, welches neben der BD und DVD des Films auch noch den Soundtrack enthält.