Sonntag, 30. August 2015

Maggie (2015)

http://www.imdb.com/title/tt1881002/

Millionen von Menschenleben in den Vereinigten Staaten sind der Zombie-Epidemie zum Opfer gefallen. Mittlerweile ist es der Regierung gelungen, die Seuche einzugrenzen, aber eines der letzten Opfer, die der Epidemie zum Opfer fallen soll, ist die Teenagerin Maggie (Abigail Breslin). Innerhalb von sechs Wochen soll sie zur Untoten mutieren und kehrt für ihre verbleibende Zeit in die Arme ihres Vaters Wade (Arnold Schwarzenegger) und ihrer Mutter Caroline (Joely Richardson) zurück. Wade will Maggie nicht so schnell aufgeben und ist fieberhaft auf der Suche nach einem Heilmittel. Auf der einsamen Farm im Mittleren Westen kümmert er sich hingebungsvoll um seine infizierte Tochter, doch je mehr Zeit verstreicht, desto mehr setzt Maggies Verwandlung ein, bis auch Wade in ihr kaum mehr sein geliebtes Kind erkennen kann.

Ein Film aus der Kategorie "völlig falsch beworben", denn wer hier auf einen Zombiestreifen hofft, in dem Arnold Schwarzenegger reihenweise Zombies mit bloßen Fäusten zu Brei schlägt ist mit "Maggie" ganz klar im falschem Film gelandet. Nach Zombie-Actionfilmen wie "Dawn Of The Dead" (und seine weiteren Ablegern), Komödien wie "Shaun Of The Dead" oder Thrillern im Stile von "28 Days Later" bekommt dieses Filmgenre nun mit "Maggie" Zuwachs in Form des wohl ersten Zombie-Dramas überhaupt. Es ist das Erstlingswerk von Henry Hobson, von dem man zukünftig sicher noch viel zu erwarten hat.

Arnold Schwarzenegger und Abigail Breslin spielen in "Maggie" ein Vater-Tochter-Gespann, welches damit umgehen muss, das die in den letzten Tagen einer Zombie-Epidemie gebissene Maggie bald sterben wird und sich in ein untotes nach Menschenfleich gierendes Monster verwandeln wird. Ihr Vater Wade ist fest entschlossen seiner Tochter dabei bis zum Ende ihrer Reise zu begleiten und sie nicht wie vorgeschrieben nach einer gewissen Zeit in Quarantäne zu schicken. Während der zunehmende Verfall von Maggies Körper immer stärker wird und Wades immer Verzweifelter an seiner Tochter festhällt kann das Publikum einmal eine Seite an Schwarzenegger erkunden, die man so bei ihm noch nicht gesehen hat und - was viel gravierender ist - man ihm wohl auch nicht zugetraut hat. Seine Figur Wade ist eben kein übergroßer Actionheld sondern nur ein normaler Mensch der mit einer Situation konfrontiert wird mit der er einfach nicht fertig werden kann und dem die noch gebliebene gemeinsame Zeit mit seiner Tochter immer schneller unter den Händen wegläuft. Selbst als seine neue Frau Caroline, Maggies Stiefmutter, ihren Mann bittet, Maggie endlich den Ärzten für die letzten Tage in Quarantäne zu übergeben oder sie würde ihn verlassen, lässt er sie lieber gehen als Maggie in ihren letzten Tagen alleine im Stich zu lassen. Auch sämtliche angeschnittenen Nebenhandlungen wie die von Maggies Freund Trent oder der Nachbarin Bonnie bauen die Handlung des Films immer weiter aus, an statt lediglich Zeit tot zu schlagen und schaffen es darüber hinaus, den Zuschauer - neben der Haupthandlung - noch einmal richtig zu packen.

"Maggie" ist in der Gestaltung seiner Aufnahmen nicht selten dem Kino des Terrence Malick zugetan, wenn er sich an Gesichtern festsaugt, um jede noch so winzige physiognomische Regung zu dokumentieren und zu rekapitulieren. In ausgewaschenen, tristen Bildern und mit einem zurückhaltendem Soundtrack spielt sich "Maggie" allein schon damit in die obere Liga. Wenn man also weiß, was man mit "Maggie" bekommt, nämlich ein Endzeit-Drama mit einem auffällig zurückhaltend spielendem Arnold Schwarzenegger, in dem einige wenige Zombies mitmachen und man eben nicht auf eine große Abschlachtplatte hofft, bekommt mit dem Streifen einen faszinierend guten, sehr nachdenklich machenden, dystopischen Film mit guten Darstellern spendiert. Wer etwas anderes erwartet und nicht bereit ist sich für das Thema zu öffnen wird sicherlich sehr bitter enttäuscht werden. Alle anderen kann "Maggie" durchaus packen und fesseln und durch seine Art selbst bei hartgesottenen Menschen (und vor allem bei Vätern) gehörig auf die Tränendrüse drücken.

7,5/10

Von Splendid gibt es den Film auch als "Limited Edition" im geprägten Steelbook.