Dienstag, 11. August 2015

[KINO] Mission: Impossible - Rogue Nation (2015)

http://www.imdb.com/title/tt2381249/

Nachdem das Pentagon die Impossible Missions Force aufgelöst hat, ist Ethan Hunt (Tom Cruise) auf sich allein gestellt. Doch gerade jetzt hat der ehemalige IMF-Agent die Spur der geheimnisvollen und hochgefährlichen Organisation "Syndikat" aufgenommen, die sich schon bald als sein mächtigster Gegner erweisen soll. Aus dem Untergrund heraus operiert das "Syndikat" mit bestens ausgebildeten Spezialagenten und diese scheinen Hunt immer einen Schritt voraus zu sein - und ihre Mission ist teuflisch: Sie wollen durch gezielte Anschläge eine neue Weltordnung schaffen und alle ehemaligen Mitglieder der IMF auslöschen, um ihre Pläne ungestört verwirklichen zu können. In offizieller Mission der Regierung oder nicht, Ethan Hunt kann nicht zusehen, wie der Terror immer weiter um sich greift, und reaktiviert sein einzigartiges Team: Techniker Benji Dunn (Simon Pegg), Computer-Hacker Luther Stickell (Ving Rhames) und Agent William Brandt (Jeremy Renner). Unerwartete Hilfe bekommt das Quartett von der geheimnisvollen Agentin Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) - doch auf welcher Seite steht sie wirklich?

Ein klassischer "Mission: Impossible" Film und für den fünften Teil der Reihe gilt das Prinzip: Alles beim Alten. Diesmal darf Regisseur Christopher McQuarrie ran, der als erste Überraschung des Films keine wirklich unverkennbar eigene Handschrift über das Werk legt, sondern eine Art Best of der gesamten Reihe serviert, bei dem er sich vor allem an den besten beiden Teilen orientiert hat. So hat "Mission: Impossible - Rogue Nation" sehr deutliche Züge seines direkten Vorgängers und setzt bezüglich des Settings erneut auf möglichst spektakulär überzogene und ausgefallene Manöver und besinnt sich ganz im Geiste des ersten Teils aber auch ab und an auf klassisch elegante Spionage-Aktionen. Auf eine gewisse Weise ist es da auch mutig, dass die Höhepunkte bereits zur Hälfte des Films gezündet werden (Die Jagd in der Wiener Oper, während auf der Bühne Giacomo Puccinis "Turandot" zum Besten gegeben wird oder etwa der spektakuläre Unterwasser-Einbruch mit exaktem Timing in Casablanca) und McQuarrie gegen Ende einen fast schon (im Sinne der Reihe)  antiklimatisch zurückgenommeneren Weg einschlägt, der nichtsdestotrotz spannend abschließt.


Überhaupt ist es mal wieder angenehm, dass nicht gleich die gesamte Welt gerettet werden muss, sondern ein eher intimerer Gegenpol in Stellung gebracht wird, der eine persönliche Bedrohung für die IMF darstellt. Schon beim letzten Bond hat das gut funktioniert, warum also nicht auch hier? Selbst bei der Zusammensetzung des Casts vertraut der Regisseur ganz auf die sympathischsten Figuren und stellt das Team mit Tom Cruise, Simon Pegg, Jeremy Renner und Ving Rhames erneut zusammen. Etwas unausgeglichen ist das Verhältnis des Teams aber leider dennoch geworden, denn gerade Renner und Rhames hätten noch mehr Screentime vertragen können, wohingegen Simon Pegg trotz seiner auch hier wieder humorvollen Art fast zu aufdringlich als Comic-Relief abgefeuert wird. Auch fehlt (zumindest im direkten Team) ein weiblicher Part. Tom Cruise geht - wie zu erwarten war - wieder voll in seiner Paraderolle auf und weist auch mit mittlerweile 53 Jahren keinerlei Ermüdungserscheinungen auf.

Als einziger weiblicher Neuzugang fügt sich zudem Rebecca Ferguson sehr gut ein, die mit ihrer Mischung aus Schlagfertigkeit und fragwürdiger Vertrauensbasis eine starke Frauenfigur spielen darf. Mit Sean Harris liefert man hier den besten Gegenspieler der Reihe nach Phillip Seymour Hoffmann ab. Gerissen, still, geheimnisvoll und kalt. Genau so muss ein Bösewicht angelegt sein.


"Mission: Impossible - Rogue Nation" ist dann auch von der aktiven Seite aus betrachtet wirklich gut und das trotz PG-13-Rating - selbst wenn man ihn in seiner Souveränität als zu blutleer empfindet. Die handgemachte Action ist großartig, es gibt jede Menge coole Stunts zu sehen und zum Glück halten sich zu alberner Humor und Pathos in Grenzen. Die Verfolgungsjagd auf dem Motorrad ist dann so herrlich schnell und mitreißend, dass sie beinahe schon an die hochgelobte Szene in "Matrix Reloaded" erinnert. Leider ist der ganze Film eine einzige - und dieses Mal recht offensichtliche - Werbung für BMW, was nicht schlimm wäre, würde nicht immer und überall das prägnante weiß-blaue Logo extra noch einmal in Szene gesetzt werden.

Weitere (kleine) Abzüge sind der Überlänge des Films geschuldet, gerade im letzten Drittel wäre eine kleine Straffung des Drehbuchs durchaus ratsam gewesen. Ansonsten punktet die Inszenierung von Christopher McQuarrie vor allem durch ihre Nähe zum ersten Teil der Serie. Alle Trademarks, die man bei der Reihe kennt und in gewisser Weise auch erwartet (spektakuläre Einbrüche, Hacken von Satelliten, actionreiche Verfolgungsjagden und die faszinierenden Masken) sind selbstredend vorhanden und es wird nicht wie bei anderen Franchises der Versuch unternommen, den Vorgänger unbedingt toppen zu wollen - was sehr angenehm ist.

Ein solider Agentenfilm in typischer "Mission: Impossible"-Manier. Ohne nennenswerte Ausschläge nach unten, nett und unterhaltsam.

7,5/10

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