Samstag, 1. August 2015

Good Kill - Tod aus der Luft (2014)

http://www.imdb.com/title/tt3297330/

US-Air-Force-Offizier Thomas Egan (Ethan Hawke) war einst ein Pilot mit großen Ambitionen. Heute jedoch verbringt er seinen beruflichen Alltag vor einem Computerbildschirm und entfacht per bequemen Knopfdruck Tod und Verderben tausende von Kilometern entfernt. Das ist die Realität des modernen Krieges gegen den Terror, denn Thomas steuert Kampfdrohnen im Nahen Osten. Ein Job, der ihn nicht glücklich macht, schließlich will er lieber selbst in der Luft sein und einen Jet fliegen. Seine Frustration mündet immer öfter im Alkoholrausch und seine Frau Molly (January Jones) und seine Kinder sind in der ganzen Situation die wahren Leidtragenden. Als Thomas dann eines Tages im Auftrag des CIA ein fragwürdiges Ziel ausschalten soll, gerät er in einen schweren moralischen Konflikt, der ihn an seiner Mission zweifeln lässt.

Eben noch eine schnelle SMS an die Ehefrau getippt und gleich darauf an der Konsole gesessen und Kinder zerbombt. "Good Kill" versucht eine zynische Situation ganz zynisch darzustellen und hat dabei den Bösewicht, den US-Soldaten, bereits ausgemacht. Ja, es ist schon klar, dass die fehlende Rechtsstaatlichkeit ein gewaltiges, unmenschliches Problem ist, aber klammert diese Perspektive nicht den wahnhaften Terrorismus des Islamismus aus, der ja trotzdem irgendwie bekämpft werden muss? Die Kriegsverbrechen, die im Kampf gegen den Terrorismus stattfinden, müssten dazu einladen, einerseits über die Ursachen des Terrorismus zu verhandeln und andererseits die Funktion des Soldaten im Staat bzw. des Staates an sich zu reflektieren, schließlich könnte sich so der Teufelskreis am ehesten überwinden.

Die Drohnen bringen dagegen keine Neuigkeiten: war es nicht schon immer so, dass in Kriegen Zivilisten starben? Waren Staaten nicht immer schon Gewaltmonopole mit Armeen und Waffen? Waren Kriege nicht immer schon fürchterlich? Ist allein die Distanz das Problem für den Film? "Good Kill" - ein Film wie in Zeitlupe, der Zweifel und Ängste der Protagonisten mit diesem Stilmittel in den Fernsehsessel trägt. Im Grunde passiert hier nicht viel - den Plot als dramaturgisch flach zu bezeichnen wäre vielleicht noch übertrieben, auch, was das Geschehen im Privatbereich ausserhalb der Basis betrifft. Normalerweise würde man einem solchen Film nicht mehr als 4 Punkte geben, aber die Eindringlichkeit verleiht ihm eine gewisse Intensität, die das Aufkommen von Langeweile verhindert. Eine klare Empfehlung, wenn man mit diesen Thema etwas anfangen kann. Wer Action sucht, ist hier jedoch fehl am Platze. "Good Kill" dürfte indess auch bei einer Zweitsichtung noch interessant sein.

6,5/10