Sonntag, 30. August 2015

Exeter/The Asylum/Backmask - ExitUs: Play It Backwards (2015)

http://www.imdb.com/title/tt1945044/

Während einer berauschenden Party in einem leerstehenden Sanatorium, das für die entsetzliche Behandlung seiner Patienten in der Vergangenheit bekannt ist, beschließen Brad (Brett Dier), Brian (Nick Nicotera), Patrick (Kelly Blatz), Amber (Gage Golightly) und Reign (Brittany Curran) eine Seance abzuhalten. Ein scheinbar böswilliger Geist befällt die Gruppe und nimmt einen ihrer Körper in Besitz. Die restlichen Teenager wollen schleunigst Hilfe holen, müssen jedoch feststellen, dass es keinen Ausweg mehr aus dem Gebäude gibt und auch alle anderen Kommunikationswege nicht funktionieren. In einem Versuch, den Geist aus dem Körper zu vertreiben, führen sie daher einen Exorzismus durch. Damit machen die Amateur-Geistervertreiber die Sache allerdings noch schlimmer, denn nun tritt ein noch viel stärkerer und rachsüchtigerer Geist auf den Plan, der sie alle tot sehen will…

"ExitUs" ist ein überraschend unterhaltsamer Genremix, der sich selbst nicht zu ernst nimmt aber leider auch nicht konsequent genug vorgeht. Er kommt einfach nicht nahe genug an das Niveau aktueller Genregrößen wie "You're Next" oder "Der Babadook", hat aber durchaus seine Momente. Die ersten Außenszenen sind unglücklich geschossen und erinnern eher an einen Billig-Horror-Trashfilm, die Innenszenen sind dann aber relativ hochwertig anzuschauen. Generell leidet der Film aber an einem katastrophalen Schnitt. Ab und zu werden völlig sinnlose Schnitte gesetzt und reißen einen aus der Stimmung. Dazu kommen einige ärgerliche Anschlussfehler - in einer Szenen zum Beispiel dämmert und regnet es, einen Schnitt später ist der Raum Sonnendurchflutet. Darauf hätte man wirklich achten können.

Bisweilen setzt der Film den Trend der ausrastenden Tonpraktikanten klassisch fort, da man sonst leider kaum Spannung aufbaut. Ein Jump-Scare sorgt bei dieser technischen Übersteuerung zwar dafür, dass man gelegentlich zuckt, Intensität oder Atmosphäre wird damit jedoch verhindert. Auf der positiven Seite ist das Pacing jedoch von Anfang an angenehm schnell. In erfreulich wenigen Minuten werden die stereotypischen Charaktere eingeführt: der introvertierte Held, der Kiffer, der Sportlermacho, die blonde Sexbombe, der dicke Nerd. Es wird einmal kräftig in die Klischeeschublade gegriffen, was aber hier gut harmoniert. Die Hintergrundgeschichte ist dann genauso dämlich wie überflüssig. Zu lustig ist es einfach, wenn absolute Klischees, wie das Auffinden wichtiger Dokumente auf dem Dachboden, aufgegriffen werden: "Oh schaut, ein Videoband und zufällig ein TV mit Strom."

Aber es gibt keine unnötigen Dialoge von geistig verwirrten Vollidioten. Die Helden wissen, dass sie in einem Horrorszenario sind und müssen sich nicht unnötig blöd anstellen. Sie sind aber trotzdem völlig unfähig und kennen wie Normalsterbliche auch nur Lösungsansätze aus Filmen und dem Internet. Also wird erst einmal ein Exorxismus von Youtube gemacht und mit dem Geist über ein improvisertes Ouija-Board kommuniziert. Der doch recht eingeschränkte Einfallsreichtum der Darsteller ist dabei erfrischend witzig, dumme Sprüche werden am laufenden Band abgefeuert und wenn die Freundin vergewaltigt werden soll, dann bitte nicht Anal, da wollte er selbst noch ran.

Am Ende wird das Tempo noch einmal ordentlich angezogen und der Film wird stellenweise doch recht brutal. Das kommt unerwartet und weiß zu gefallen. Leider kann der Film die selbstsichere Schiene zum Ende nicht mehr halten, und obwohl der Plot genauso vorhersehbar wie ausgelutscht ist, so macht der Film den unverzeihlichen Fehler am Ende dann doch nochmal alles 5 Mal erklären zu wollen. Trotz der vielen fuax-pás, nicht schlecht.

6,5/10

Die ungeschnittene Erstauflage des Films gibt es in einem schicken Steelbook: