Samstag, 1. August 2015

Charlie's Farm (2014)

http://www.imdb.com/title/tt3317874/

Vier Freunde wollen ein außergewöhnliches Abenteuer erleben: Donkey (Sam Coward) überzeugt seinen besten Freund Jason (Dean Kirkright) schnell von einem Trip zu Charlies Farm im australischen Hinterland. Einer blutrünstigen Legende nach sollen die gewalttätigen Mitglieder der Wilson-Familie mitsamt des degenerierten Sohnes Charlie (Nathan Jones) dort von einer wütenden Volksmenge exekutiert worden sein. Die Gruppe bricht auf, doch die beiden Mädels Natasha (Tara Reid) und Melanie (Allira Jaques) wissen nicht, wohin genau die Reise geht. In der Umgebung angekommen werden sie von Ortsansässigen gewarnt, doch darauf geben die Abenteuerlustigen nichts und ziehen weiter. Doch als sie fernab jeglicher Zivilisation finden, wonach sie gesucht haben, lässt sich ihre milde Enttäuschung nicht verbergen: Der verlassene Hof ist alles andere als schaurig. Da die Vier aber schon einmal dort sind, suchen sie das Gelände ab, um dem Mythos auf den Grund zu gehen. Schon bald entdecken sie die bittere Wahrheit der lückenhaft wiedergegebenen Legende: Der rachsüchtige Charlie hat überlebt und ist gar nicht erfreut über den ungebetenen Besuch. Für die Freunde beginnt ein brutaler Kampf ums Überleben…

Wenn man einige Slasher gesehen hat, dann weiß man nach dem Lesen des Klappentextes ganz genau, dass man mit "Charlie's Farm" auch nicht gerade den Durchbruch im Horrorgenre bekommen wird. Und das ist im Prinzip gut so, denn warum sollte man funktionierende Systeme ändern, geht es doch hier ausschließlich darum nur ein neues, böseres, menschliches Monster zu kreieren und dieses möglichst kreativ eine Gruppe von Menschen ins Jenseits zu befördern. Die Story folgt dann auch altbekannten (und teils auch ausgetretenen) Pfaden, stützt sich auf alte Legenden, die an die Ohren von teils nerdigen, teils feierwütigen Kids gelangen und krönt die ganze Geschichte mit einem schier übermenschlichen, bärbeißigen Gegner, der die Eindringlinge nach und nach möglichst brutal dezimiert. Und das ist hier oft auch recht böse, schmerzhaft und vor allem eins: brutal.

Leider ist Tara Reid absolut fehl am Platz, da sie mit hochhackigen Schuhen durch die Felder und Wiesen stakst, als wäre sie ein Storch im Salat. Sie sollte sich lieber auf C- oder gern auch D-Movies konzentrieren, da macht sie nichts falsch. Die anderen Teilnehmer an der kleinen Schlachteplatte spielen für das Genre ganz gut und - wow! - Nathan Jones als Charlie ist mehr Tier als Mann, der sichtlich Spaß am Töten hat. Trotz der relativ kurzen Lafzeit dauert es dann etwas bis man endlich das zu sehen bekommt auf was man die ganze Zeit wartet und so wird letztlich nur die letzten 20-30 Minuten ein feiner Slasher/Splatter serviert, der - zugegeben - dann auch sehr hübsch grafisch ist und offensichtlich von Hand gemacht wurde.

Regisseur Chris Sun hatte mit "Daddy's Little Girl" ein recht annehmbares zweites Debüt hingelegt, aber hier serviert er dem geneigten Zuschauer mehr oder weniger nur Einheitsbrei. Denn trotz aller Versuche, den Film interessant werden zu lassen, bleibt er letztlich nur eins: vorhersehbar. Irgendwann geht es dem Zuschauer auch nur noch darum zu sehen, wann Charlie wen in die Hände kriegt und was er dann mit dem macht. Wenn man den Film aus dem Blickwinkel betrachten kann, dann ist das okay und man macht mit "Charlie's Farm" nichts falsch. Alle anderen sollten von dem Streifen die Hände lassen.

5,5/10

In Kooperation mit ILLUSIONS, Unltd. gelang es METEOR|Film, diesen Slasher in ungekürzter Form zu veröffentlichen. Natürlich im Mediabook, natürlich nur über das deutschsprachige Ausland. Natürlich limitiert.