Sonntag, 23. August 2015

Annabelle (2014)

http://www.imdb.com/title/tt3322940/

Ein glückliches Ehepaar Mia und John Form (Annabelle Wallis und Ward Horton) erwartet sein erstes Kind. Damit es dem Baby an nichts mangelt, richtet die werdende Mutter das Kinderzimmer liebevoll ein und besorgt für ihren Spross eine Puppe nach der anderen. Eines Tages hat ihr Mann ein ganz besonderes Exemplar im Gepäck, nach dem sie schon sehr lange gesucht hat: Annabelle. Dem jungen Familienglück scheint damit nichts mehr im Weg zu stehen – bis zu dem Tag, als Mitglieder eines Satanskultes in ihr Haus eindringen und das arglose Pärchen überfallen. Zwar entgehen die werdenden Eltern knapp dem Schlimmsten, doch die Okkultisten haben etwas beschworen, das die Bösartigkeit ihrer Sekte bei weitem übertrifft. Dieses Etwas besitzt eine direkte Verbindung ins Reich der Verdammten und steckt in der Puppe Annabelle, die beginnt, die junge Familie unbarmherzig zu terrorisieren...

"The Conjuring" ist wirklich ein ordentlicher Grusel-Film gewesen, der zwar einige Schwächen hatte, aber im Großen und Ganzen eine tolle Inszenierung und einen schönen Grusel vorweisen konnte. Nun wurde schon dort die Puppe "Annabelle" vorgestellt und nun hat sie ihren eigenen Film bekommen. Aber warum eigentlich? Schon in "The Conjuring" war die Puppe nur minder interessant und auch lediglich schmückendes Beiwerk für eine ansonsten recht mit Urängsten spielenden Geschichte. "Annabelle" ist auch genau das geworden, was man erwartet: eine weitere Horrorfilm-Katastrophe, die den Namen Horrorfilm nicht verdient und für einen Gruselfilm schlicht und einfach zu wenig gruselig ist.

Zugegeben, ein paar nette Momente und Elemente gibt es, aber der Streifen hat dieselben Probleme wie so viele andere Horror/Gruselfilme der letzten Zeit: es will und will einfach kein frischer Wind aufkommen und so nutzt auch "Annabelle" Althergebrachtes und geht nach Schema F vor. Aber nicht nur das macht "Annabelle" zu einem schlechten Film, denn im Vergleich zu "The Conjuring" hat er nur eine sehr marginale Atmosphäre, dümpelt in althergebrachten Schemen vor sich hin und endet in einem sehr schwachen Finale. Man wartet die ganze Zeit auf einen Knalleffekt. Der kommt aber einfach nicht.

Am schlimmsten jedoch sind die Charaktere, die so unglaublich einfältig und platt geschrieben worden sind, dass man eine authentische Persönlichkeit (praktisch die ganze Familie in "The Conjuring" war authentisch) hier vergebens sucht, selbst sämtliche Nebendarsteller wurden jeweils nur für einen Zweck besetzt. Das ist an sich nicht verwerflich, doch wenn man schon von Beginn an weiß, wohin die "Reise" der einzelnen Charaktere geht, trägt dies kaum zu einer spannenden Inszenierung bei. Schauspielerisch ist die ganze Geschichte leider auch sehr mittelmäßig, insbesondere eine gescheite Ausarbeitung der Hauptcharaktere wäre wünschenswert gewesen. Kaum gruselig, wenig spannend oder aufregend und nur selten richtig schaurig. Nein, das war nichts.

5/10