Mittwoch, 26. August 2015

Alien - Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Director's Cut) (1979)

http://www.imdb.com/title/tt0078748/

Die Besatzung des Weltraumfrachters Nostromo - darunter der dritte Offizier Ellen Ripley (Sigourney Weaver) - befindet sich im künstlichen Tiefschlaf. Plötzlich empfängt ihr Schiff ein SOS-Signal. Der Bordcomputer weckt daraufhin die Mannschaft, die der Hilferuf wenig später auf einen unwirtlichen Planten führt. Dabei entdeckt die Crew das Wrack eines außerirdischen Raumschiffs. Ein Crewmitglied wird dabei von einem Alien angegriffen, das sich auf seinem Gesicht festsaugt. Dem Schiffsarzt Ash (Ian Holm) gelingt zwar die Entfernung des fremden Organismus, doch das außerirdische Wesen ist damit längst nicht besiegt. In der Enge des Raumfrachters beginnt ein Kampf ums Überleben, bei der Feind nahezu unsichtbar, heimtückisch und äußerst tödlich ist...

Schon mit der Kinofassung von 1979 brachte Regisseur Ridley Scott mit seinem Horror-SciFi-Film "Alien" ein Wesen auf die Leinwände, welches heute - über 35 Jahre nach dessen ersten Auftritt - rein gar nichts von seiner Faszination eingebüßt hat. 2003 entstand der "Director's Cut", Ridley Scotts Neufassung mit ein paar Umschnitten, Straffungen und neuen Szenen. Der "Director`s Cut" ist auch etwas kürzer als die Kinofassung. Das kommt daher, dass man dem Film durch die Zurechtstutzung von Kamerafahrten und unnötig langen Einstellungen mehr Tempo verschafft hat. Ein paar neue Szenen gibt es aber trotzdem. Der ungekürzte "Director`s Cut" läuft ca. 47 Sekunden kürzer als die Kinofassung, die veränderten Szenen im "Director's Cut" betragen aber 321 Sekunden. Einen detaillierten Schnittbericht oder vielmehr einen Fassungsvergleich kann man hier finden: schnittberichte.com.

Der Film selbst sieht auch heute noch fantastisch aus. Das Setup ist großartig, über die gesamte Länge des Films kann die Spannung aufrecht erhalten werden. Gleich zu Beginn setzt die akzentuierte Musik von Jerry Goldsmith ein, die die Handlung stimmungsvoll begleitet. Die Nostromo wirkt ziemlich abgenutzt, die Gänge des Raumschiffs sind dunkel und dreckig, alles wirkt klaustrophobisch.

An jeder Ecke beschleicht den Zuschauer ein Gefühl der Bedrohung. Auch auf den später angeflogenen Mond transportiert Scott die unheilvolle Atmosphäre auf einer Welt, die einem Alptraum entsprungen zu sein scheint. Das außerirdische Raumschiff wirkt im Inneren wie abgestorben, alles wirkt fremd. Kanes Schicksal steigert das aufgebaute Unbehagen, welches mit der „Geburt von Kanes Sohn“ sein Maximum erreicht. Von nun an weicht das ungute Gefühl der Gewissheit, dass nun tatsächlich eine real existierende Gefahr vorhanden ist. Diese wird verkörpert durch ein grandios konzipiertes Alien. Mit dessen Design übertraf sich der Schweizer H.R. Giger selbst und erhielt vollkommen zurecht einen Oscar für seine Arbeit. Dabei ist das Alien die meiste Zeit des Filmes nie komplett zu sehen, was zum Teil daran lag, dass viele Szenen mit dem kostümierten Schauspieler lächerlich aussahen und deswegen gar nicht erst verwendet wurden. Dies hatte für die Filmemacher den Vorteil, dass das Alien effektvoller eingesetzt werden konnte und dadurch als nützlichen Nebeneffekt die Spannung gesteigert wurde. Erst in dieser Fassung und Dank digitaler Technik konnte ein paar wenige Szenen mit dem schleimigen Ungeheuer re-integriert werden.

"Alien" war für Ridley Scott der zweite große Spielfilm und er beweist, dass er eine relativ reduzierte Story packend inszenieren kann. Mit Erscheinen des Aliens ist es ein Kampf Gut gegen Böse, der Plot der zweiten Hälfte beschränkt sich auf die gegenseitige Jagd innerhalb der Nostromo. Dies ist genauso simpel wie spannend. Die Besetzung ist ebenfalls großartig. Für Sigourney Weaver war "Alien" die erste wirklich nennenswerte große Rolle. Die Figur der toughen, resoluten Ripley stellte bis dahin ein Novum für eine weibliche Hauptrolle in einem Film dieser Art dar. Eine starke Frauenfigur gab es zuvor in der Männerdomäne Action-/Horrorkino nicht. Dabei war Ripley ursprünglich als Mann angedacht gewesen und wurde gegen den Widerstand der Produzenten zur Frau umgeschrieben. Im Nachhinein erwies sich diese Entscheidung als richtig.

Neben Weaver glänzen weitere Schauspielgrößen. Tom Skerritt als Captain Dallas strahlt Autorität und Ruhe aus. Ian Holm als undurchsichtiger Wissenschaftsoffizier spielt seine Rolle ebenfalls glänzend. Kane-Darsteller John Hurt weiß zu gefallen, sein letzter Autritt im Film bleibt auch nach dem Abspann in Erinnerung. Ein zusätzliches Highlight ist zweifelllos das Zusammenspiel von Yaphet Kotto und Harry Dean Stanton als Techniker-Duo. Die ernsthaften Charaktere überzeugen durchgehend, kleinere Konflikte innerhalb der Besatzung werden gut dargestellt. Die erste Fassung des Drehbuchs sah sogar noch größere Spannungen innerhalb der Nostromobesatzung vor. Dabei sind es bei allem schauspielerischen Können im Grunde normale Menschen, die auf einen perfekt angepassten, fremden Organismus treffen. Um für zusätzlichen Realismus zu sorgen wurden viele Szenen den Schauspielern grob erklärt, jedoch Details offen gelassen. So ist die Reaktion der Schauspieler in manchen Szenen nicht gespielt.

"Alien" gehört auch nach 35 Jahren noch zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Atmosphärisch kann dem Film kaum ein anderer Science-Fiction-Film das Wasser reichen, wobei die Horrorkomponente dabei deutlich überwiegt. Es ist ein Klassiker, einer der ganz großen und ein All-Time Favourite in meiner Sammlung.

9/10

Als exklusive und auf jeweils nur 1000 Stück limitierte Ausgabe erschien 2014 bei Zavvi in Großbritannien der Film in beiden Fassungen (Kinofassung und Director's Cut) im geprägten Steelbook mit einem unglaublich schönen, weil schlichtem Artwork.