Montag, 31. August 2015

A Nightmare On Elm Street - Nightmare: Mörderische Träume (1984)

http://www.imdb.com/title/tt0087800/

Nancy (Heather Langenkamp) wird in ihren Träumen immer wieder von einem Mann heimgesucht, dessen Gesicht von hässlichen Narben entstellt ist. Eines Tages erwacht sie und ihr Nachthemd ist zerschnitten. Sie erfährt, dass ihre Freunde auch von dem Mann mit den stählernen Klauen, dem rot-grün gestreiften Pullover und dem dunklen Hut mit breiter Krempe träumen, der sich Freddy Krueger (Robert Englund) nennt. Eines Tages fällt ihre beste Freundin dem Monster zum Opfer und wird bestialisch ermordet. Und während ein Freund nach dem anderen in den Augen der hilflosen Polizei tödliche Unfälle erleidet, beginnt Nancys verzweifelter Versuch, diesem Albtraum zu entkommen...

Heute Nacht verstarb Wes Craven im Alter von 76 Jahren. Ein Grund mehr, "seine" Klassiker aus dem Regal zu holen und sich zu gruseln. "A Nightmare On Elm Street", sein siebter abendfüllender Spielfilm, ist ein Meilenstein des Horrorfilms, ohne wenn und aber. Es ist eine düstere Wolke aus Atmosphäre, ein Himmel des Grusels, eine Hölle auf Erden. Wes Craven legt mit diesem Streifen eine bis dahin nicht dagewesene Kreativität an den Tag, die einen fesselt, die einen - teilweise noch heute und nicht nur junge Erwachsene - ängstigt und sogar bis in die eigenen Träume verfolgen kann. Ob es jetzt nur das Metaspiel zwischen Traum und Wirklichkeit ist, oder die hinterhältigen Erscheinungsformen, in denen die Kultfigur Freddy Krueger seine Opfer heimsucht. Ob es der subtil die Wand durchbrechende Humor, oder die kleinen unerwarteten Schockmomente sind. In jedem Moment ist das großartig umgesetzte Genrekunst.

Durch die grandiosen Jugenddarsteller (unter anderem Johnny Depp in seiner ersten großen Rolle), einem zeitgemäßen rockigen, psychedelischen Soundtrack und angenehm lockeren Dialogen entsteht immer wieder so ein heimeliges Gefühl der Sicherheit, dass man ironischerweise auch nur aus Horrorfilmen kennt. Aber wenn die Sicherheit einmal gestört wird, wenn der Zuschauer schockiert werden soll, dann ist das hier bis ins letzte Detail durchdacht. Wann, wo und vor allem wie der Schreck auftaucht, ob man mal in eine 'Point-of-View'-Perspektive wechselt oder schlicht beobachtet, nichts ist dem Zufall überlassen. Diese einzigartige Stilsicherheit und Charaktertiefe ist der erzählerische Rahmen für eine bemerkenswert konsequente und augenzwinkernde Geschichte voller Skurrilität und Einfallsreichtum. Voller Unabhängigkeit und Perfektion. Hier betritt der Horror ein neues Feld: Während andere Killer weit weg in abgelegenen Einöden morden, so ist Freddy immer ganz nahe. Das wahrhaftige Genie Cravens besticht vor allem in der zweiten Hälfte des Films, wenn der Schlafentzug zur Qual wird. Dann wenn die Augen schwer werden und das Gehirn seine Ruhe einfordert, dann führt Craven den Zuschauer in eine Grauzone, in der man nie weiß, ob man im Traum oder in der Realität ist. Dieses perfide Spiel treibt Craven fort und fort, den Spannungsbogen bis ins Unermessliche ausdehnend zum Finale.

"A Nightmare On Elm Street" ist ein gleichzeitig genialer wie grausamer Horrorfilm, ein schweißtreibend spannender Genrestreifen, der genau weiß, wann er seine Regeln brechen muss. Kein Wunder, dass er zum Klassiker avancierte und ihm 6 Fortsetzungen und auch ein Remake folgten.

8/10