Freitag, 3. Juli 2015

Horsehead (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2242176/

Die junge Erwachsene Jessica (Lilly-Fleur Pointeaux) leidet seit ihrer Kindheit an furchteinflößenden Alpträumen. Darin wird sie von einem Pferdekopf oder einer Person mit einer solchen Maske verfolgt. Die Bedeutung der grotesken und verstörenden Bilder ist ihr ein Rätsel. Zum Glück lernt sie den Psychotherapeut Sean (Nathan Willcocks) kennen, der ihr Freund wird und mit ihr das Prinzip des Klartraums trainiert. Als ihre Großmutter verstirbt, reist sie wieder zu ihren Eltern in die ländliche Heimat. Im Traum begegnet sie der Toten und kommt einem schwerwiegenden Geheimnis ihrer Familie auf die Spur. Um ihre Angst unter Kontrolle zu kriegen und Licht ins Dunkel zu bringen, sucht sie die Konfrontation mit der grauenvollen Pferdegestalt, die sich des Nachts wieder blicken lässt. Mit hohem Fieber und betäubt legt sie sich schlafen, um in die Tiefen ihres Bewusstseins vorzudringen… ob sie je wieder aufwacht?

Die Prämisse, in Träumen detektivisch zu reisen um symbolische Rätsel zu entschlüsseln, bot dem Filmemacher Romain Basset in seinem Langfilm-Debütfilm offensichtlich ein ausgiebiges Ausleben seiner Phantasie - zumindest aber kommt es dem Zuschauer so vor. Von blutbesudelten Pferdekopf-Monstern über sexuelle Badewanne-Phantasien und sündhafte Ereignisse in der Kirche - alles wird genau betrachtet und eben wie in einem Traum mit Freud'scher Beherztheit analysiert. In einem fiebrig-wahnhaften Albtraum geben sich Davod Lynch, Dario Argento und Salvador Dali die Klinke in die Hand und die Hauptdarstellerin Lilly-Fleur Pointeaux darf sich dazu schwitzend im Bett herumräkeln.

"Horsehead" ist ein fiebriges Traumwirrwarr und braucht schlciht und ergreifend zu lange um auf den Punkt zu kommen. Und das geht arg auf auf Kosten der Spannung. Die anfänglich noch interessante Traumsymbolik macht den Film irgendwann und nach der x-ten Wiederholung anstrengend, in der Mischung mit nackter Haut und Gekröse wirkt dies zudem unausgegoren und richtungslos. In seinem Aufschrei nach verstörenden und blutigen Angst-Lust-Motiven vergisst der Film auch noch eine packende Geschichte zu erzählen. Das visuelle Feuerwerk aus schaurig-morbiden Bildern ist damit sicherlich hübsch anzuschauen, aber das surreale, sich ständig wiederholende Kunstverständnis ermüdet auf Dauer.

6/10

Als "3-Disc Limited Collector's Editon" kommt der Streifen auch im optisch schicken Mediabook: