Samstag, 11. Juli 2015

De Grønne Slagtere - Dänische Delikatessen (2003)

http://www.imdb.com/title/tt0342492/

Die Metzger und Kumpel Bjarne (Nikolaj Lie Kass) und Svend (Mads Mikkelsen) sind schon zwei ziemlich gegensätzliche Typen. Svend hat neben Ehrgeiz auch einen Minderwertigkeitskomplex, Bjarne hingegen geht so ziemlich alles am Arsch vorbei, abgesehen von seiner neuen Freundin Astrid (Line Kruse). Bei diesen Voraussetzungen ist es gar nicht so einfach für die zwei, ihrem fiesen Boss Holger (Ole Thestrup) zu entkommen und ihren eigenen Fleischladen zu eröffnen. Allerdings läuft der überhaupt nicht, bis Svend durch einen bizarren Zufall ein neues Gericht zusammenbraut, das es in sich hat. Plötzlich brummt das Geschäft, aber viel zu schnell geht die mysteriöse Geheimzutat ihrer kulinarischen Entdeckung aus. Wenn Bjarne und Svend im Fleischgeschäft bleiben wollen, müssen sie von nun an alle moralischen Skrupel über Bord werfen...

"Dänische Delikatessen" ist ein grandioser Film. Was noch mit übertrieben zugespitzten Zwischenmenschlichkeiten sowie einem Verlierer (Svend) und einem Resignierten (Bjarne) beginnt, wird mit der Zeit immer heiterer und komplexer. Trotz der Skurrilität und Groteske der Szenen werden hier doch auch durchaus realistische und nicht eben undifferenzierte Charakterportraits dargestellt - alles ein wenig närrisch, polemisch und überspannt aber stets und ständig bierernst und dadurch gewollt ungewollt witzig. Die Interaktionen zwischen dem notorischen Schwitzer der sich ständig selbst in die Tasche lügt und dem gebrochenen Nihilisten der sich an nichts mehr erfreuen zu können scheint ist immer wieder unheimlich überraschend, kreativ und spaßig - auch hier inbesondere deshalb, weil die beiden zu keinem Zeitpunkt eine Miene verziehen.

Das übliche Ensemble mit Mads Mikkelsen, Nikolaj Lie Kaas (der diesmal seine Mitdarsteller wirklich an die Wand spielt), Line Kruse und Co sorgt zudem für eine starke Besetzung. Mit dem Auftritt des behinderten Bruders Eigil gewinnt der Film ein wenig an Ernsthaftigkeit und Tiefe, wenngleich die Darstellung Eigils nicht ganz so gut zu gefallen weiß. Sie wirkt ein wenig zu spöttisch und überschwenglich. Das Ende des Films (insbesondere die Wasserballszene) ist im wahrsten Sinne des Wortes "köstlich".

"Dänische Delikatessen" ist ein wirklich empfehlenswerter Film (auch wenn ich als allgemeiner Jensen-Fan vielleicht nicht ganz objektiv bin) und wirklich witzig, denn er lebt von skurrilen Einfällen, kauzigen, abstoßend-sympathischen Charakteren (eine Spezialität des Drehbuchautors) und einer doch irgendwie einfühlsamen Handlung. 

7,5/10