Samstag, 20. Juni 2015

Eat (2014)

http://www.imdb.com/title/tt3013018/

Novella McClure (Maggie Maddock) ergeht es ähnlich wie den meisten um Anerkennung kämpfenden Schauspielerinnen in Los Angeles: Sie ist Anfang 30, ihr Künstlername klang vor zehn Jahren um einiges cooler und dass sie ihre letzte Rolle landete, ist schon drei Jahre her, eine Ewigkeit im Showbusiness. Zu allem Überfluss entwickelt sie auch noch eine äußerst abnormale Essstörung, die sie dazu bringt, sich selbst zu verspeisen. Novella versucht verzweifelt diesen abartigen Zustand vor ihrer fürsorglichen Vermieterin Eesha (Maru Garcia) und ihrer gewissermaßen psychopathischen besten Freundin Candice (Ali Francis) zu verbergen, doch der körperliche und seelische Verfall schreiten immer mehr voran. Kann eine romantische Beziehung mit ihrem Psychiater sie vor der Selbstzerstörung bewahren? Oder wird ihre tödliche Angewohnheit sie letztendlich zerfressen?

Ein Mensch, der sich selbst auf isst? Klingt einmal abartig und gleichzeitig interessant. Die schauspielerische Leistung ist auch ganz solide, die Darsteller hübsch anzusehen. Die Story an sich ist denkbar einfach gehalten und man kommt gänzlich ohne jegliche Form des Nachdenkens aus. Aber ganz so ekelig, wie sich das anfangs las, ist es nun auch wieder nicht. Klar sind einige Dinge widerlich und gut gemacht, oft sieht man aber auch einfach den Effekt. Gerade die Darstellung der einzelnen zu verspeisenden Körperteile ist oft sichtbar gummihaft und selten authentisch und es ist bei der Masse an Blutverlust (besonders zum Ende hin) auch nicht nachvollziehbar wieso sie nicht in Ohnmacht fällt. Wer also kein Blut sehen kann, dem wird sich hier sicherlich ein oder zwei Mal der Magen umdrehen. Das Ende ist wenig logisch, aber immerhin überzeugen die "Futterszenen" mit ihrer interessanten Schnittfolge. Alles in allem hat der Streifen - für einen Low-Budget-Film - einen ganz netten Unterhaltungswert und ist überraschenderweise auch nicht langweilig.

5,5/10