Sonntag, 3. Mai 2015

Training Day (2001)

http://www.imdb.com/title/tt0139654/

So hatte sich Jake Hoyt (Ethan Hawk) seinen ersten Arbeitstag als verdeckter Ermittler nicht vorgestellt. Sein Vorgesetzter Sergeant Harris (Denzel Washington) interpretiert das Gesetz auf seine eigene Art, die oft mit dem kollidiert, was Jake gelernt hat - frei nach dem Motto: "Nur wenn Du selbst wie ein Wolf bist, kannst Du einen Wolf fangen." Zuerst ist Jake von Harris impulsiver Art fasziniert. Doch bald wird ihm klar, dass sein Chef im Laufe der Jahre eine sehr fragwürdige Moral entwickelt hat. Beim Versuch, ihre unterschiedlichen Rechtsauffassungen durchzusetzen, riskieren beide Cops Karriere und Leben...

Mit "Training Day" gelang Antoine Fuqua ein Actionthriller mit 90er-Jahre Flair, der vielleicht nicht unbedingt mit einer ausgeklügelten Story und vielen rasanten Szenen glänzt. Nein, die harte Schiene fährt der kanadische Regisseur hier sicher nicht. Vielmehr stehen in seiner dritten Regiearbeit knackige Dialoge und ein für dieses Genre übernatürliches Schauspiel im Vordergrund. Ethan Hawke wirkt zwar ab und zu etwas eindimensional, größtenteils liegt das aber an der unglaublich guten - nicht umsonst mit dem Oscar gewürdigten - Performance von Denzel Washington. Diesen "Bad-Ass"-Faktor bringt er unglaublich gut rüber. Seine knackigen Sprüche verleihen dem ansonsten recht humorlosen Streifen einen gewissen Pepp. Das Besondere an "Training Day" ist, dass der Film tatsächlich nur an einem einzigen Tag spielt. Der Film fängt an, wenn Hoyt zur Arbeit geht und endet, wenn er nach Hause kommt. Dazwischen wird der Spannungsbogen enorm hoch gehalten und der Film lässt einem eigentlich kaum Ruhepausen. Untermalt wird das ganze mit dazu passender Hip Hop-Musik u.a. von Dr. Dre, der sogar eine kleine Nebenrolle hat.

Immer wieder fragt man sich, in wie weit die Geschichte eskalieren wird und ob die Dinge wirklich so sind, wie man sie dem Zuschauer anfangs verkauft. Für fesselnde Spannung sorgen vor allem die immer wieder auftretenden wortreichen und gewandten Konfliktsituationen zwischen Alonzo und Hoyt, deren Verlauf und Ausgang aufgrund Alonzo's Unberechnbarkeit die meiste Zeit über ungewiss ist. Und natürlich Alonzo selbst, dadurch, dass sich sein wahrer Charakter und seine Absicht und Motivation erst langsam im Laufe des Films herauskristallisieren, bis das Ganze schließlich in einem atemberaubenden Finale aufgeklärt wird. "Training Day" ist knapp 2 Stunden lang absolute Hochspannung auf allerhöchstem Niveau mit einem Denzel Washington, der sich hier nochmal selbst übertrifft, obwohl sein schauspielerisches Talent immer ganz weit oben war. Ein äusserst eindrucksvoll inszeniertes Cop-Drama mit zwei überzeugenden Hauptdarstellern.

8/10