Samstag, 16. Mai 2015

Tomorrow Never Dies - James Bond 007: Der Morgen stirbt nie (1997)

http://www.imdb.com/title/tt0120347/

Medienmogul Elliott Carver (Jonathan Pryce) ist ein eiskalter Business-Hai, der am Weltfrieden zündelt, um die Auflage seiner Zeitung ‘Der Morgen’ zu steigern. Als Herr eines Satellitensystems hat er Zugang zu jedem Bildschirm dieser Erde. Mit Hilfe seines für Radargeräte unsichtbaren Super-U-Bootes schürt er einen potenziellen Krieg zwischen China und Großbritannien, um dann im neurevolutionären Reich der Mitte exklusive Medienrechte zu erhalten. Eine solche Provokation kann sich der britische Geheimdienst nicht gefallen lassen und fährt schwere Geschütze auf: Man schickt James Bond (Pierce Brosnan), den beste Mann in den Reihen des britischen Secret Service. Ausgestattet mit Qs (Desmond Llewelyn) neuen Gimmicks wirft sich Bond ins Geschehen, tatkräftig unterstützt von der Kollegin des chinesischen Geheimdienstes, Wai Lin (Michelle Yeoh).

Aaah, eine BMW-Werbung, verpackt in einem Bond-Film. Pierce Brosnans zweiter Bond-Film "Der Morgen stirbt nie" ist nach dem etwas besseren "GoldenEye" wieder ein eher nur guter Beitrag. Nachdem der Vorgänger relativ düster und kühl gehalten war und ebenso harte Action bot, ist sein Nachfolger hingegen knallbunt und auf Unterhaltung ausgelegt. Zudem bekommen einige alte Bond-Klischees Einzug in den Film, wodurch er ein wenig wie die älteren Streifen wirkt. Auch weil es im Film wieder ein paar übertriebene Actionszenen, mehr Humor und zudem mehr phantastische Elemente gibt. Dadurch liegt es nahe, "GoldenEye" als ernsten, bodenständigen Agententhriller zu betrachten. "Der Morgen stirbt nie" macht in dieser Hinsicht wieder mehr richtig als sein Vorgänger. Pierce Brosnan wirkt hier deutlich selbstsicherer als im letzten Film und überzeugt als charmanter Womanizer, erwachsenes Kind und zielorientierter Macher.

Auf der Seite der Bösen kämpft dieses Mal Elliot Carver (Jonathan Pryce), flankiert von Götz Otto, im Film auch Mr. Stamper genannt. In Anbetracht des Erscheinungsjahres war die Idee eines größenwahnsinnigen Medienmorguls, der Schreckensmeldungen und dramatische Schlagzeilen selbst verursachen kann, sicher erschreckend, obgleich auch diese deprimierende Vorstellung in der heutigen hochtechnologisierten und schnelllebigen Zeit, umso mehr zutreffend und alamierend ist. Viel Sinn macht Carvers Plan ämlich eigentlich nicht. Schlägt man die Zeitung auf, werden auf dem Titelblatt nur dramatische und provokante Schlagzeilen zu finden sein, ohne jemandes diabolisches Zutun. Inwiefern er sich dadurch einen großen Gewinn erhofft, nicht zuletzt für seine abenteurlich-teuren Operationen, die gewiss Millionen, wenn nicht sogar Milliarden verschlingen, wird nicht ganz klar.


Spaßige Nebendarsteller sind natürlich ein Plus und auch "Der Morgen stirb nie" bietet eine Handvoll gelungener Gaststars. Die immer gern gesehene Teri Hatcher spielt Carvers Frau, die sich wieder mit Bond einlässt, was sie letztendlich mit ihren Leben bezahlen muss. Tja, die gute hat leider nicht viel Screentime, aber sie ist wie immer hinreißend. Die Action im Film ist wieder mal ausgezeichnet in Szene gesetzt, allerdings gibt es deutlich zu viel davon. Der Film strotzt nur so vor Verfolgungsjagden, Explosionen, Stunts und Schießereien, wodurch die Story viel zu kurz kommt.

"Der Morgen stirbt nie" beginnt mit einem spektakulären Jet-Diebstahl mit anschließender Verfolgung an und haut im Mittelteil mit dem Einbruch im Safe, dem ferngesteuerten Auto und der Motorradhatz so richtig auf den Putz. Das Finale ist dann noch mehr auf Krach-Bumm-Peng-Action getrimmt, rettet sich aber durch Bond und Lins Zusammenarbeit und deren jeweilige 'Badassness'. Speziell der finale Kampf zwischen Bond und Mr. Stamper ist wieder mal recht brutal, bodenständig und man spürt jeden Schlag der Kontrahenten. Auch Lins Doppel-MG-Aktionen sind ein wahrer Augenschmaus und machen ordentlich Laune.

Pierce Brosnans zweiter Einsatz überzeugt also durch ein liebenswertes, scharfes Bond-Girl, herrliche abgedrehte Actionsszenen, einen spaßigen, wenn auch unterentwickelten Bösewicht und tolle Schauspielleistungen im Haupt- und Nebencast. Es ist ein sehr unterhaltsamer Film, der vor allem von seinem gut aufgelegten Hauptdarsteller lebt.

7/10

Zum Jubiläum 2012 gab es eine tolle Box, die alle Filme (nur "Sag niemals Nie" fehlt, da dieser Film nicht offiziell zur Reihe gehört) rund um den Geheimagenten 007 enthält - es war sogar Platz für den zu dem Zeitpunkt im Kino laufenden "Skyfall".