Samstag, 16. Mai 2015

The Mummy - Die Mumie (1999)

http://www.imdb.com/title/tt0120616/

Im Jahr 1719 vor Christus wird eine verbotene Liebe zwischen dem Hohepriester Imhotep (Arnold Vosloo) und der Geliebten des Pharao, Anck-Su-Namun (Patricia Velasquez), aufgedeckt, woraufhin über Imhotep ein furchtbarer Fluch verhängt wird. Er wird in Hamunaptra, der Stadt der Toten, bei lebendigem Leib mumifiziert und begraben. Eine Tortur, die erst endet, wenn er aus dem Grab befreit wird. Dann aber wird Imhoteps böse Kraft mächtiger sein, als alles, was Ägypten je erlebt hat. Knapp vier Jahrtausende später ist der amerikanische Archäologe Richard "Rick" O'Connell (Brendan Fraser) bei Ausgrabungen an der Stelle der altertümlichen Stadt Hamunaptra und erweckt aus Versehen die Mumie, die dort damals vergraben wurde und löst ein unheilvolles Chaos aus, das nicht nur die Grabstätte, sondern auch gleich das ganze Land in Mitleidenschaft zieht.

"Die Mumie" ist ein Abenteuer-Actionfilm, den man ohne Umschweife zu den besseren Vertretern dieses Genres zählen kann. Der Film will nur eins erreichen: Spaß und Unterhaltung. Das Remake des Boris Karloff Klassikers ist ein höllisch guter Abenteuerfilm und kein Horrofilm, obwohl Ansätze wohligen Gruselns vorhanden sind. Aber die setzt Regisseur Stephen Sommers so geschickt und spannend um, dass man auch den ironischen Humor nicht verpasst.

Einen gelungenen Spannungsaufbau bis zu den gut funktionierenden Schock-Momenten, vorwiegend im Kopf stattfindende Brutalität und eine klaustrophobische Grundstimmung in den dunklen, engen unterirdischen Grabgängen. Zum Gruselfaktor wird noch eine gehörige Portion Humor und Selbstironie hinzugefügt, vor allem den gutgelaunten Darstellern, sowie dem Timing und der Dynamik untereinander zu verdanken, hierbei John Hannah als gaunerhafter Bruder der Hauptfigur Evelyn herausstechend. Evelyn, eine sowohl intelligente aber auch tollpatschige Bibliothekarin, von der schönen Rachel Weisz verkörpert, will es der Männerwelt beweisen und es "Indiana Jones" gleich tun. Brendan Fraser, für mich hier in seiner Paraderolle als Rick O‘Connell, gerät eigentlich ungewollt in das Schlamassel und hält der Frau, der er sein Leben verdankt mit seinem ganzen Waffenarsenal den Rücken frei und schreit auch mal den Mumien furchtlos direkt ins Gesicht. Wunderbare Chemie herrscht zwischen den beiden.

Der Film ist auf ein jugendliches Publikum zugeschnitten - ohne Frage. Ein Remake, das sich stark am Original orientiert, hat keine Chance. Aber die Rechnung geht auf; der Erfolg gibt ihnen Recht. Der Film ist gewollt ungewollt lustig. Gut plazierte Gags wechseln sich ab mit abenteuerlicher Gruselaction. Die Special Effects sind grandios und gehen nahtlos in die Story ein, d.h. hier dominieren sie nicht, sondern dienen der Handlung. Die vielen Logikfehler übersieht man gerne und hat irgendwann Spaß sie zu suchen. Zusätzlich machen das Setting des Ägyptens der 20er Jahre, grandiose Effekte, das Einstreuen von Ägyptologie und fremder Sprachen, alttestamentarische Einflüsse, die untermalende Musik sowie typische Horrorklischees den Film noch charmanter.

Ein lustiges Filmkleinod.

7/10