Sonntag, 17. Mai 2015

John Q. - Verzweifelte Wut (2002)

http://www.imdb.com/title/tt0251160/

John Q. Archibald (Denzel Washington) ist verzweifelt, denn sein zehnjähriger Sohn Michael (Daniel E. Smith) benötigt dringend eine Herztransplantation um zu überleben. Die 250.000 Dollar, die die Operation kostet, kann der Fabrikarbeiter jedoch auf legalem Wege nicht aufbringen. Deshalb nimmt er die gesamte Besatzung der Notaufnahme des Krankenhauses als Geiseln, um so zu erzwingen, dass Michael operiert wird. Er will so lange ausharren, bis die Ärzte einwilligen, den Jungen zu operieren. Zwischen John Q. und seinen Geiseln entwickelt sich aber nach der Zeit eine Beziehung des Verständnisses und Mitgefühls, der in dem verzweifelten Mann Hoffnung aufkeimen lässt. Der Kampf des "kleinen Mannes" gegen das Establishment und die amerikanische Gesundheitspolitik spitzt sich jedoch dramatisch zu, als Polizei und Medien sich einschalten.

"John Q." - ein Mann, der aufgrund seiner Verzweiflung und Wut bis zum Äußersten getrieben wird. Typisch Amerikaner. Denzel Washington macht aber wieder einen guten Job als verzweifelter Vater und Ehemann. Seine Handlungen sind (mal abgesehen von der Schuldfrage) aufgrund der Ereignisse und der Entwicklungen eigentlich immer nachvollziehbar und es gibt allerorten ein gewisses Verständnis für ihn. So wird er schnell zum Star des sensationslüsternen Publikums und seine Geschichte bewegt bald das ganze Land. "John Q. - Verzweifelte Wut" ist somit nicht nur die Geschichte über die großen Sorgen einer kleinen Familie, sondern macht zusätzlich auf die massiven Probleme im Gesundheitswesen der USA aufmerksam. Auch wenn man Verständnis für die Not der Familie und speziell des Mannes haben kann, so ist es doch die eigene Fahrlässigkeit gewesen, die die Familie erst in diese Situation brachte. Mit einer Anklage auf das amerikanische Gesundheitssystem wird nun versucht, der Spieß zu drehen, aber man fragt sich unbewusst, was dann die Pointe werden soll. Soll nun jeder Geiseln nehmen, der sich eine so teure Operation nicht leisten kann? Sicher nicht. Grundsätzlich aber ein interessantes Thema, welches hier aber phasenweise zu übertrieben emotional und klischeehaft erzählt wird und somit den Zuschauer nicht richtig erreichen oder gar berühren kann. Dazu wirken einige Szenen mit den Geiseln und einem Scharfschützen etwas unglaubwürdig und unnötig witzig. Hier hätten etwas mehr Dramatik und Spannung der Atmosphäre des Films gut getan.Der Film versucht wirklich dermaßen offensichtlich auf die Tränendrüse zu drücken, dass es einfach nicht zum gewünschten Erfolg führt. Kein schlechtes Drama, aber irgendwie zu übertrieben amerikanisch.

6,5/10