Mittwoch, 8. April 2015

Virtuosity (1995)

http://www.imdb.com/title/tt0114857/

In der Zukunft wird die Welt von mächtigen High-Tech-Konzernen beherrscht. Der Programmierer Dr. Darrel Lindenmeyer (Stephen Spinella) vom Law Enforcement Technology Advancement Centre hat ein Computerprogramm entwickelt, das bei der Schulung von Polizisten zum Einsatz kommen soll. In einer virtuellen Welt sollen die angehenden Gesetzeshüter den computergenerierten Kriminellen Sid 6.7 (Russel Crowe) schnappen, dessen Persönlichkeit insgesamt 183 Profile verschiedenster Schwerverbrecher und Serienmörder berücksichtigt. Was keiner ahnen kann: Das Programm entwickelt ein mörderisches Eigenleben und kann den Grenzen des Cyberspace entkommen. Im Körper eines Androiden gelangt Sid in die reale Welt, wo er eine tödliche Blutspur hinterlässt. Der Ex-Polizist Parker Barnes (Denzel Washington) soll den wahnsinniger Killer aufhalten...

Wie schnell sich die Welt der Computer in den letzten Jahren entwickelt hat, beweisen Filme in ihrer Bebilderung meist außerordentlich gut. Bei "Virtuosity" aus dem Jahr 1995 wird dieser Fokus sogar noch verstärkt, da er bewusst mit Elementen spielt, über die man sich damals noch verwundert die Augen rieb. Es war eben die Zeit, in der 'Cyberspace' noch ein aktuelles Modewort war. Die Geschichte von "Virtuosity" erinnert dabei (wenn auch) entfernt an "Minority Report", da es hier wie dort um die Verbesserung der Verbrechensbekämpfung mittels revolutionärer Technik geht.

Es ist nun nicht gerade ein Geheimnis, dass alle Versuche, einen virtuellen Superverbrecher zu schaffen, naturgemäß fatale Folgen hat und so lässt sich im Grunde der Verlauf der weiteren Handlung als klassisches Katz-und-Maus-Spiel beschreiben. Denzel Washington in typischer Underdog-Retter-Manier verfolgt einen wild gewordenen Russell Crowe. Nicht nur durch die Wahl der Schauspieler könnte man meinen, ein Tony Scott hätte hier die Finger im Spiel gehabt. Auch die Regie von Brett Leonard wirkt so. Sein "Virtuosity" verkörpert eigentlich nur die bekannte Standardware in diesem Genre, doch der gewisse Retro-Charme auf visueller Ebene (Paradebeispiel ist die Disko-Szene) und dessen Zusammenspiel mit Crowes Anarcho-Rolle verschafft dem Film immerhin das gewisse Stück Unverwechselbarkeit, um nicht vollständig in Vergessenheit zu geraten.

6/10