Montag, 27. April 2015

The ABCs Of Death 2 (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2926810/

Sterben muss jeder. Aber die Art und Weise kann so unterschiedlich sein, wie man es sich nur vorstellen kann. Oder besser gesagt, wie diese 26 Regisseure es sich vorstellen können. In "The ABCs of Death 2" wurden wieder unterschiedlichste Filmemacher ausgewählt, die ihre Horrorvisionen von Tod und Sterben in Kurzfilmen mit dieser Sammlung auf die Leinwand bannen. Für jeden Buchstaben des Alphabets gibt es eine neue Möglichkeit, ins Gras zu beißen. Der Zuschauer muss sich auf Knochenbrüche, Enthauptungen, Kopfschüsse, Beißattacken, Messerstiche, Autounfälle, menschenfressende Hamburger, Kämpfe von Hund gegen Mensch, Verbrennungen, Monster und allerlei weitere absurde, schaurige und brutale Tode einstellen.

Deutlich besser als der sehr fäkallastige Vorgänger. Doch auch hier - und das ist im Grunde klar - kann nicht jede der Episoden ins Schwarze treffen. Eines haben alle gemeinsam: sie sind entweder verstörend oder blutig, aber wie immer haben die Asiaten in Punkto Skurrilität die Nase ganz weit vorn. Mit 26 Episoden, die den Film auf überraschend kurzweilige 2 Stunden bringen ist mit dem zweiten Teil aber immerhin ein wesentlich besserer und auch irgendwie runderer Film gelungen. Die Fortsetzung bietet dem Zuschauer ein paar mehr Highlights. Aber nun zu den einzelnen Episoden:

"A is for Amateuer": ein ziemlich solider Auftakt mit gelungener Pointe.
"B is for Badget": nett und herrlich trashig.
"C is for Capital Punishment": die derbe Splatterszene ist kompromisslos und handgemacht, kurzzeitig kommt sogra Spannung auf.
"D is for Deloused": Stop-Motion mit einem Touch von David Lynch, komisches Ding.
"E is for Equilibrium": einfach ein netter kleiner gag für Zwischendurch.
"F is for Falling": seltsame Episode, die nicht recht weiß wohin.
"G is for Grandad": diese Episode lief als einer der Vorfilme auf den nights 2015 - skurril und immerhin lustig.
"H is for Head Games": aus künstlerischer Sicht ganz gut gemacht, aber ohne wirkliche Story.
"I is for Invincible": eine sehr skurrile Story mit gelungenen Make Up-Effekten.
"J is for Jesus": gehört zu den besseren Geschichten, wie ein kleiner, sehenswerter Kurzfilm.
"K is for Knell": ebenfalls nett, mit viel Atmosphäre und unheimlicher Grundidee.
"L is for Legacy": verstörend schlecht, und somit auch eine der schlechtesten Episoden.
"M is for Masticate": kurzzeitiges Schmunzeln und gut gefilmt, nett.
"N is for Nexus": etwas vorhersehbar, aber nicht übel.
"O is for Ochlocracy": wirklich originelle Grundidee, überraschend und mal etwas anderes.
"P is for P-P-P Scary!": eine kleine Hommage an die S/W-Komödien mit witzigen Einfällen, aber auch reichlich nervtötend.
"Q is for Questionnaire": sehr skurril, aber unterhaltsam.
"R is for Roulette": ein deutscher Kurzfilm, lief ebenfalls als einer der vier Vorfilme auf den nights 2015 und ist dazu noch sehr solide gemacht und bietet ein rätselhaftes Ende.
"S is for Split": solider Thriller mit gutem Splitscreen-Einsatz und überraschendem Ende.
"T is for Torture Porn": der Titel lässt eine ähnliche Story wie "Libido" aus Teil 1 erahnen, aber hier wird es noch abstruser und ekliger.
"U is for Utopi": eine etwas ungewöhnliche Grundidee, die aber am Ende zündet.
"V is for Vacation": einer der Höhepunkte der zweiten Hälfte und die zweitbeste Story des Films. Simpel, aber dreckig und sehr krass inszeniert.
"W is for Wish": liebevoll und originell getrickst, aber inhaltlich etwas mau und unfreiwillig komisch.
"X is for Xylophone": der dritte Film, den man schon von den nights kannte. Harte Story, sehr krankes Ende, ein typischer Bustillo/Maury eben.
"Y is for Youth": der vierte Film der nights mit einer sehr skurrilen und abgedrehten Story.
"Z is for Zygote": und damit ein gekonnter Abschluss des Films, der zwar inhaltlich Reserven hat, aber mit extrem verstörend ekelhaften und herausragenden Make Up-Effekten auftrumpfen kann

Für Horror-Trashfans ist "The ABCs Of Death 2" durchaus eine unterhaltsame Empfehlung, hat ein paar gute Höhepunkte. Das Konzept mit 26 verschiedenen Regisseuren ist eben Segen und Fluch zugleich, denn so fallen die qualitativen Schwankungen eben immer deutlich auf...

5,5/10

In Deutschland erscheint eine stark gekürzte Fassung mit 23 Kurzfilmen unter dem Titel "23 Ways To Die". Es fehlen die Episoden "C is for Capital Punishment" (von Julian Gilbey), "D is for Deloused" (Stop Motion von Robert Morgan) und "T is for Torture Porn" (von Jen and Sylvia Soska). Bei unseren Nachbarn in Österreich ist allerdings ein limitiertes Mediabook von NSM/CAPELIGHT auf den Markt gekommen, welches einmal gut zum Vorgänger passt und zudem alle Episoden, ungeschnitten und unzensiert beinhaltet: