Dienstag, 28. April 2015

Ahí Va El Diablo - Here Comes The Devil (2012)

http://www.imdb.com/title/tt2107648/

Während eines Familienausflugs in der Nähe von Tijuana betteln die beiden Kinder Sara (Michele Garcia) und Adolfo (Alan Martinez) ihre Eltern Felix (Francisco Barreiro) und Sol (Laura Caro) an, einen nahegelegenen Hügel erforschen zu dürfen. Mit der Bedingung, dass sie in 90 Minuten wieder zurück sind, erlauben Felix und Sol ihnen das kleine Abenteuer. Doch auch lange nach dieser Zeitspanne tauchen Sara und Adolfo nicht wieder auf. Verzweifelt begeben sich die besorgten Eltern auf die Suche nach ihren Kindern, doch scheinen die beiden spurlos verschwunden. Am nächsten Morgen werden Sara und Adolfo allerdings scheinbar unversehrt von der Polizei aufgelesen. Mehr als glücklich über die Rückkehr verbringt die Familie einige harmonische Tage mit gemeinsamen Unternehmungen. Aber schon bald bemerken Felix und Sol, dass sich ihre Kinder merkwürdig verhalten und etwas Finsteres sie verändert zu haben scheint. Welche Rolle spielen die brutalen Morde, die in der Gegend geschahen, bei der Wandlung der Kinder?

Der spanische Regisseur Adrián García Bogliano serviert dem geneigten Zuschauer wahrlich keine leichte Kost. Sex spielt eine große Rolle, viel Freude ist damit aber nicht verbunden. Sympathie zu einem der Familienmitglieder stellt sich zu keiner Zeit ein. Die spröde Inszenierung tut ein Übriges dazu, beim Zuschauer ein permanent ungutes Gefühl hervorzurufen.

Ein großes Plus von "Here Comes The Devil" ist seine Unvorhersehbarkeit. Es dauert lange, bis sich eine Tendenz andeutet und auch wenn zum Ende einiges klarer und ein paar Dinge offengelegt wird, bleibt doch ein Gefühl der Unsicherheit. Wenn einem die eigenen Kinder fremd werden, ihre Sexualität bedrohlich wirkt, das Übersinnliche Einzug in den "heilen" familiären Alltag nimmt, ins unerklärlich okkultische abdriftet, dann hat dies schon viel Potential für einen richtig guten Horror-Thriller. Leider wird dieses aber nicht vollends ausgeschöpft und so bleibt am Ende ein wenig Unmut beim zuschauer übrig. Es erscheint wie seltsam anmutender Psychohorror, der den Zuschauer mit mehr Fragen als Antworten entlässt.

"Here Comes The Devil" ist sicher ein kontroverses Stück Horrorkino. Ein wenig (positive) Erleichterung schwingt zwar auch mit, wenn die letzten Bilder des Films vorbei sind und zu den Klängen der obskuren Grindcore-Band "The Massacre Must Begin" der Abspann läuft. Mit seiner schmutzigen 70er Jahre Inszenierung voller Querverweise erschafft Bogliano  eine Spirale aus Andeutungen und Ängsten, legt ständig neue Spuren aus, die aus der Sicht der Eltern falsch interpretiert werden.

Der fehlende Wissensvorsprung ködert den Zuschauer und erzeugt zugleich Unbehagen. Oftmals grob, mit Gewaltspitzen garniert aber mit gezielter und begabter Absicht in Szene gesetzt, entsteht ein verstörender Psycho-Horror-Film, der leider zum Ende hin in banalen Genre-Motiven abdriftet. Durchaus spannend zwar, aber trotzdem nicht so wirklich mitreißend.

5,5/10