Sonntag, 29. März 2015

V/H/S: Viral (2014)

http://www.imdb.com/title/tt3704538/

Ein außer Kontrolle geratener Eiswagen rast durch das nächtliche Los Angeles, verfolgt von der Polizei. In der Hoffnung, vielleicht die nächste YouTube-Sensation zu werden, machen sich Dutzende Teenager auf, um jenes Spektakel oder ähnlich aufsehenerregende Vorkomnisse auf Video festzuhalten. Doch diese Sehnsucht nach Aufmerksamkeit soll ihnen bald selbst zum Verhängnis werden. Ein Umhang, der einst Houdini persönlich gehört haben soll, verleiht dem Hobby-Zauberer Dante (Justin Welborn) die Fähigkeiten, endlich selbst berühmt zu werden. Doch der Preis, den er dafür zahlen muss, ist hoch. Der Tüftler Alfonso (Gustavo Salmerón) hingegen hat es endlich geschafft, eine Maschine fertigzustellen, die ein Tor in eine andere Welt hinter den Spiegeln öffnet. Er findet sein Spiegelbild, stellt aber zu seinem Entsetzen fest, dass die Parallelwelt sich auf äußerst morbide Weise von unserer eigenen unterscheidet. Auf der Suche nach spektakulären Aufnahmen verschlägt es schließlich vier Adrenalinjunkies (u.a. Nick Blanco) mit ihren Skateboards nach Tijuana. Alles läuft gut bis der abgelegene Schauplatz ihrer Dreharbeiten zum Mittelpunkt des Rituals eines mexikanischen Todes-Kults wird.

Gemessen an den zuweilen verrückten, kreativen und atmosphärischen Vorgänger der "V/H/S"-Reihe, ist dieser dritte Teil fast schon eine Beleidigung. Denn was die ersten beiden Teile gut gemacht haben wird jetzt einfach hier über Bord geworfen. Auch hier wird aus einer Rahmenhandlung ("Vicious Cycles") heraus drei kurze Grusel-/Horrorgeschichten erzählt, aber diese verlieren gegenüber den großartigen beiden Vorgängern etwas an Boden. Außerdem sind sie zusammenhangslos zusammengewürfelt. Nicht, dass es bei den beiden Vorgängern anders gewesen wäre, aber da bekam man zumindest suggeriert, dass sich jemand gerade diese Filme ansehen würde.

Die erste Episode, "Dante The Great", handelt von einem Magier und seinem Zauberumhang, der nur dann seinem Meister gehorcht , wenn er mit frischen Fleisch gefüttert wird, welches er sich dankenswerter Weise auch selbst zu holen vermag. Am Ende gibt es einen netten Gruseleffekt, das war okay. Nicht schlecht also, aber noch ausbaufähig. "Parallel Monsters" ist die zweite Geschichte, die schon ein wenig komplexer daherkommt und es sogar schafft, den Zuschauer bis zum Ende bei der Stange zu halten. Die Parallelwelt ist aber auch böse. Warum und wieso erfährt man nicht, aber das ist auch nicht wirklich wichtig. Wichtig ist nur, dass fiese Geschlechtsorgane immer und jederzeit zu schocken (ekeln) wissen. Die dritte Kurzgeschichte, "Bonestorm", ist eine fast reine Slasher-Episode, in der eine knochige Sekte ein paar Skateboarder angreift und diese sich mit Brett und Waffe effektvoll zu wehren wissen. Auch nicht übel, aber auch nicht wirklich gut und neu.

"Gorgeous Vortex", ist die "fehlende" vierte Episode, die nur im Mediabook  enthalten ist. Abgesehen davon, dass absolut nicht klar ist, was der Regisseur mit dieser Episode ausdrücken wollte, so ist sie rein visuell ein Augenschaus - und das nicht nur wegen der hübschen Protagonistin, sondern auch wegen dem Monster.

"V/H/S: Viral"  ist auf seine Art nicht schlecht. An abgefahrenen Ideen mangels nicht, an der Umsetzung in klassischer Filmsprache schon. Dank der uninspirierten Storyline und der wahllos zusammengewürfelten Versatzstücke leider der schlechteste Teil der Reihe.

5,5/10

Von dem Indie-Label "OFDb-Filmworks" kommt der Film, passend zu "S-VHS" im limitierten und numemrierten Mediabook: