Samstag, 7. März 2015

Vampires - John Carpenters Vampire (1998)

http://www.imdb.com/title/tt0120877/

Valek, der Meister aller Vampire, steht kurz vor dem totalen Triumph. Endlich weiß er, wo sich das goldene Kreuz befindet, jenes jahrhundertealte Artefakt, welches es den Blutsaugern ermöglicht, dem Sonnenlicht zu trotzen. Die einzigen, die Valek und seine Artgenossen jetzt noch aufhalten können, sind Jack Crow, geheimer Vampir-Beauftragter der katholischen Kirche, und sein dreiköpfiges Team...

Ein Horror(-Vampir-)film im Westerngewand? Tja, "Leider geil"- in diesem Fall trifft ausnahmsweise mal diese abgedroschene Phrase den Nagel auf den Kopf. Was für ein schlechter Film. Was für ein geiler Film. Hier ist John Carpenter ein kleines Meisterstück gelungen, der zwar im Windschatten  von "From Dusk Till Dawn" mitfährt, aber seine ganz eigene Note hat. Dabei schien es Ende der Neunziger Jahre nicht gut bestellt zu sein um John Carpenter. Der Alt-Meister drehte mittlerweile was er wollte, aber seine Filme hatten immer weniger Erfolg an der Kino-Kasse. Umso erstaunlicher, dass ausgerechnet "Vampires" wie eine Flucht nach vorn wirkt. Und was für eine! Hier verbindet Carpenter wieder einmal seine Vorlieben und erzählt seine eigene Blutsauger-Saga im Western-Ambiente. Alle Coolness, die "Blade" gerne hätte, aber spätestens die Sequels nicht haben (wenn man mal von Kris Kristoffersen absieht) haben die "Vampires" und ihre Jäger bei John Carpenter.

Staubtrocken und dreckig ist die Umgebung, ebenso wie die Sprüche der Macho-Vampir-Jäger. Hervorragend ist dabei die Wahl eines James Woods als deren Anführer. Seine Figure des Jack Crow macht, dank seiner Abgebrühtheit, den markanten Sprüchen und dem unbändigen Trieb zur Jagd, einfach Laune und jedem anderen Vampirjäger gehörig Konkurrenz. Begeleitet wird er von Daniel Baldwin, der hier mal einen größeren Auftritt absolvieren darf und Sheryl Lee als gebissener Kompass zum Obervampir. Auf der Gegenseite gibt Thomas Ian Griffith den Oberfiesling und mit Maximilan Schell wird der Besetzungs-Coup herrlich abgerundet. Eine sehr illustre Runde also, die sich hier wenig zimperlich an die Gurgel geht.

Für "Vampires" durften die Effekt-Leute tief in der Trick-Kiste wühlen. Hier gibt es keine romantisch angehauchten Vorstellungen vom Blut-Verlust zu bestaunen. Körperteile werden gewaltsam entrissen, Menschen geteilt, Pfähle auf die altmodische Art in Vampir-Herzen gerammt. Das macht ebenso Laune, wie es auch ganz spannend umgesetzt wurde. Der Plot ist natürlich allbekannt von vorherigen Vampirfilmen. Jedoch wurde dieser Streifen mit einer Prise Ironie gepickt und macht ihn deshalb um so sehenswerter. "Vampires" darf auch durchaus als Carpenters gelungenen Abgesang auf die Neunziger angesehen werden. Ein höchst amüsanter und unterhaltsamer Film.

8/10

In der "John Carpenter Collection" erschien der Film als "NO.3" im schicken und limtierten "2-Disc Limited Edition" Mediabook.