Samstag, 7. März 2015

Rocky (1976)

http://www.imdb.com/title/tt0075148/

Es sind alles andere als Traumjobs, die Rocky Balboa (Sylvester Stallone) in einem heruntergekommenen Stadtteil von Philadelphia erledigt: So arbeitet er z. B. als Geldeintreiber für den Kredithai Gazzo (Joe Spinell) - bringt es aber nicht übers Herz, den säumigen Schuldnern auch mal die Finger zu brechen. In seiner Freizeit steigt Rocky in den Ring und kämpft. Er hält sich für einen guten Boxer, aber die fehlende Disziplin verhindert, dass er sein volles Talent auch im Alter von 30 Jahren zur Geltung bringen kann. Dazu hat er sich verliebt und versucht, die extrem schüchterne und unsichere Tierhandlungsverkäuferin Adrian (Talia Shire) für sich zu gewinnen. Sie leidet unter ihrem impulsiven und jähzornigen Bruder Paulie (Burt Young), mit dem sie zusammen lebt. Eines Tages kommt für Rocky jedoch völlig unverhofft die Chance seines Lebens. Der Schwergewichtschampion Apollo Creed (Carl Weathers) sucht für seinen nächsten Kampf einen Ersatzgegner, da der ursprüngliche Herausforderer sich verletzt hat...

Es ist der Boxfilm schlechthin. Und ein Film, der eine Geschichte auf eine solch interessante Art und Weise erzählt, dass er auch bei der x-ten Wiederholung nicht langweilt. Das ist "Rocky" und die klassische Story des Underdogs, der alles auf eine Karte setzte und so den erstrebten Ruhm erlangte (auch wenn das im Film selbst nicht so dargestellt wird), als filmischer Außenseiter seiner Zeit bei den Oscars antrat und diese in den wichtigsten Kategorien Bester Film, beste Regie und bester Schnitt überraschend abräumte und auch so zur Filmlegende wurde.


"Rocky" ist dabei weniger ein Boxerfilm als ein Sozialdrama. Für mich am ehesten ein ergreifender Film über zwei Personen, die sich in ihren Leben nicht wohl fühlen und im Großstadt-Smog von Philadelphia beistehen. Dies liegt aber auch an dem großartigen Cast mit ebenso herausragenden Nebendarstellern, wie Burt Young, Burgess Meredith oder Joe Spinnel. Carl Weathers als Apollo Creed verkörpert den ultimativen Show-Boxer und wird mit Tony Burton als seinem Trainer brillant unterstützt. Doch ist es Talia Shire, die neben Stallone's bester Leistung am größten heraussticht. Unglaublich viel Gefühl bringt sie in ihre Rolle hinein und drückt mit ihrem Gesichtsausdruck unglaublich viel aus. Stallone spielt durchweg glaubwürdig und mitfühlend den Ghetto-Boxer mit Hundeblick. Sein Slang ist vor allem im Original sehr zu loben und ist mit seinem trockenen Humor und gutem Herz vollkommen liebenswürdig. Naiv und teilweise etwas langsam, aber (vielleicht auch gerade deswegen) sehr real.

Doch da ist da noch natürlich das spektakuläre (Box-)Finale, in dem viel Spannung und große Emotionen aufeinander treffen. Mit einem durchgehend grandiosen Soundtrack (von Bill Conti), welcher ohne Zweifel zu den besten der Filmgeschichte gehört und eine unglaubliche Stimmung transportiert, die auch für jeden zu fühlen ist. Der Kultstatus, den "Rocky" besitzt, ist mehr als verdient und wird die Menschen vermutlich auf ewig berühren, was nicht unbedingt an dem Kämpfergeist des Protagonisten liegen muss, sondern vor allem an der zeitlosen wie herzerwärmenden Geschichte.

9/10