Samstag, 21. März 2015

[KINO FFFnights] Welp - CUB - Camp Evil (2014)

http://www.imdb.com/title/tt3061836/

Der 12-jährige Sam ist mit seiner Pfadfinder-Gruppe und den Anführern Peter und Chris sowie Quartiermeisterin Jasmijn auf dem Weg in ein großes Abenteuer. Die Reise führt sie in ein abgelegenes Waldstück. Im dortigen Camp angekommen, bleibt es jedoch nicht lange bei Lagerfeuerromantik und Gruselgeschichten. Sam, der selbst eine ebenso dunkle wie mysteriöse Vergangenheit zu haben scheint, bemerkt schnell, dass etwas nicht stimmt. Als er ein geheimnisvolles Baumhaus entdeckt, trifft er auf eine aggressive, jungenhafte Kreatur mit unheimlicher Maske. Das kleine Monster hat raffinierte, tödliche Fallen im gesamten Waldstück installiert. Sam kann entkommen und versucht, alle zu warnen. Keiner glaubt ihm und noch viel schlimmer: die Kreatur ist nur der Helfer vom blutrünstigen "Poacher". Als im Zeltlager die Nacht hereinbricht, ist es bereits zu spät und das grausame Schicksal aller Camper längst besiegelt …

Der flämische Film "Welp" bildet den Einstieg in die diesjährigen nights. "Welp" ist handlungstechnisch nicht wirklich neu oder gar originell - aber es scheint fast so als will er das auch gar nicht sein. Ein wenig "Freitag, der 13te" hier, ein wenig "SAW" da und fertig. Somit wird jedem ganz schnell klar, wer hier als Vorbild für diese Inzenierung diente und kann sich so je nach Geschmack amüsieren. Trotz der offensichtlichen Anleihe ist "Welp" recht nett und fesselt. Dazu recht schon das sehr gute Setting mitten im Wald. Ein Knistern hier, ein Knacken da, hier huscht ein Schatten durch den Hintergrund, dort sieht man etwas im Verborgenen. Besonders erfrischend ist die Tatsache, dass hier Kinder im Fokus des Horrors stehen - und vor denen eben auch nicht Halt gemacht wird. Bei Kinderdarstellern ist es immer so eine Sache und tatsächlich sind hier die meisten kindlichen Figuren lediglich eindimensionale Abziehbilder (mobbende Kids, ein nerdiger, netter Brillenträger, ein halbstarker Anführer). Doch zum Glück überzeugt Maurice Luijtens als Sonderling Sam sogar in etwas psychologisch fragwürdigen Momenten des Films. 

Darüber hinaus lässt sich aber auch eine ganz besondere länderspezifische Komponente dem Film abgewinnen, die einen daran erinnert, dass Belgien ein zweigeteiltes Land ist. Dass die Filmemacher nicht gerade frankophil sind, lässt sich auch schwer leugnen. So gibt insgesamt vier Frankobelgier: zwei mit Jogginganzug bekleidete Jugendliche, einen sehr beleibten und unfähigen Polizisten und den Killer. Ob dies eine Aussage ist, soll dann jeder selbst entscheiden. Aber "Welp" funktioniert so zumindest über seine ganze Laufzeit und hält bei Laune, auch wenn die Spannung gegen Ende etwas nachlässt. Schade nur, dass die Motive des Angreifers (des "Poachers") bis zum Ende im Dunkeln gehalten werden und es da auch zu keiner Auflösung komt, warum und wieso. Das lässt einen etwas unbefriedigt zurück und so ist "Welp" dann nur ein recht netter Slasher für Zwischendurch. Nichts großartiges, aber auch nicht schlecht.

6/10