Freitag, 20. März 2015

A View To A Kill - James Bond 007: Im Angesicht des Todes (1985)

http://www.imdb.com/title/tt0090264/

Der Geheimagent ihrer Majestät James Bond 007 (Roger Moore) bekommt es mit dem Industriellen Max Zorin (Christopher Walken) zu tun. Es geht um einen speziellen Mikrochip, der gegenüber Strahlungen einer Nuklearexplosion unempfindlich ist. Für die Machtverhältnisse auf der Welt ein Produkt von unschätzbarem Wert. Dummerweise ist es in die falschen Hände gefallen. Zorin plant, das Silicon Valley unter Wasser zu setzen, um als Monopolist des Mikrochips auftreten zu können. Während Bond gegen Zorin ermittelt, hetzt dieser seine kämpferische Amazone May Day (Grace Jones) auf Bonds Hals. Und die Russen hängen natürlich auch mit in der Sache drin...

Auch Roger Moores letzter Bond "Im Angesicht des Todes" präsentiert sich, wie seine Vorgänger unter John Glens Aufsicht, überaus routiniert und unterhaltsam. Trotzdem... während Filme wie "Der Spion der mich liebte" und "In tödlicher Mission" zu Moores Highlights zählen, ist das Abschlussabenteuer des nun schon etwas älteren Bonds leider etwas schwammig geraten. So benimmt sich dann James Bond immer noch cool und lässig und wirft mit knackigen One-Linern als wäre er der Jungspund zu Beginn seiner Agentkarriere. Diese sind aber mitunter so schlecht, dass es dann irgendwann nur noch schmerzt. Im Gegenzug erleben wir einen wirklich genialen  Christopher Walken als Bösewicht, dessen Plan aber von Anfang an irgendwie vollkommen idiotisch scheint und nicht wirklich zu begreifen ist. So sind dann auch seine Handlanger u.a. Grace Jones oder Dolph Lundgren, um es nett zu formulieren, gewöhnungsbedürftig besetzt. Grace Jones wirkt nämlich als Mayday eher wie ein Mannsweib. Bond-Girl Stacey, gespielt von Tanya Robert, ist dagegen unheimlich scharf und meistert ihre Rolle als smarte Frau, die in außergewöhnliche und gefährliche Umstände verwickelt wird, ziemlich gut.


Das letzte Abenteuer des Agenten in Form von Roger Moore, ist auch ganz klar auf den amerikanischen Markt zugeschnitten und bietet (und das ist das eben gleichzeitig das Gute) Action satt. Allein schon die Eröffnungsszene ist rasant und verspricht Großes. Dann folgte eine coole Verfolgungsjagd auf dem Eiffelturm, in der Mayday mit dem Fallschirm abspringt und Bond ganz schön staunen lässt. Hut ab, vor all den waghalsigen Stunts die dort noch einmal extra für Roger Moores Abschied entworfen werden mussten. Roger Moore ist inzwischen richtig alt geworden. Auffällig ist, dass er in Actionsszenen sehr oft gedoubelt wird und man kaum noch Nahaufnahmen von ihm sieht, wenn er sich ins Getümmelt wirft. So erleben wir Roger Moore und 18 Stuntmänner in halsbrecherischen Stunts, die zwar augenzwinkernd witzig aber dennoch imposant wirken. Und damit kommt man am Ende nicht drumherum zu sagen, dass das Moores letzter Geheimagentenausflug sicherlich nicht der Beste ist, ihm aber wenigstens einen würdigen Abschied gönnt.

Roger Moore selbst merkt man die Spielfreude an seiner Rolle auch hier an. Trotz seines hohen Alters gibt er den gewitzten Gentleman mit Bravour, auch weil der frauenfeindliche Ton seiner ersten Filme mit bzw. durch Regisseur John Glen glücklicherweise fast gänzlich verschwunden ist. Er gibt sich auch sichtlich Mühe, doch gegen das mäßige Drehbuch kommt er eben auch nicht wirklich an und so bleibt ein Abschied, der aufgrund von viel verschenktem Potential nicht wirklich schwer fällt.

"Im Angesicht des Todes" ist gutes Agentenabenteuer.  Nicht mehr und nicht weniger. Besonders hervorzuheben hierbei die interessante Pferderennszene, sowie das absolut in Erinnerung bleibende Finale auf der Golden Gate Bridge. Und so geht eine Ära zu Ende. Sieben Moore-Bonds, sieben komödiantische Highlights. Er ist definitiv der Dienstälteste aller Bond-Darsteller. Roger Moore grenzte sich deutlich von seinen beiden Vorgängern ab, und das brachte ihm ein unverkennbares Profil ein. Moore legte Bond viel ironischer an, und setzte auf pure Unterhaltung. Dies ist ihm in den meisten Fällen auch wirklich sehr gut gelungen. Ich habe ihn während seiner sieben Filme wirklich lieb gewonnen, obwohl ich mich (das muss ich schon zugeben) erst in seinem dritten Film vollends an ihn gewöhnt habe. Danke, Mr. Moore für die schöne Zeit.

7/10

Zum Jubiläum 2012 gab es eine tolle Box, die alle Filme (nur "Sag niemals Nie" fehlt, da dieser Film nicht offiziell zur Reihe gehört) rund um den Geheimagenten 007 enthält - es war sogar Platz für den zu dem Zeitpunkt im Kino laufenden "Skyfall".