Freitag, 6. Februar 2015

英雄 - Yīngxióng - Hero (Director's Cut) (2002)

http://www.imdb.com/title/tt0299977/

China vor über 2.000 Jahren: Das Reich ist in sieben Teile gespalten. Krieg und Terror herrschen zwischen den einzelnen Königreichen. Weil der grausame König Qin (Chen Dao Ming) Kaiser werden und die vollkommene Macht an sich reißen will, trachten ihm seine Widersacher nach dem Leben. Qin liefert sich, vor allem mit den drei starken Gegnern Zerbrochenes Schwert (Tony Leung Chiu-Wai), Fliegender Schnee (Maggie Cheung Man-Yuk) und Weiter Himmel (Donnie Yen) erbitterte Schlachten. Doch selbst nach zehn Jahren des Kampfes kann er sie nicht besiegen, bis plötzlich der geheimnisvolle Namenlose (Jet Li) den Palast betritt und eine außergewöhnliche Geschichte erzählt...

Ein Wuxiafilm bestehend aus schönen Bildern, Musik und Menschen. Ein Epos über asiatische Ethik und konfuzianische Philosophie. Wer diesen Film lieben und verstehen will, sollte sich zuvor ein Bild der Lebensphilosophie und Mentalität der Ostasiaten machen. Es sind andere Wertmaßstäbe und Vorstellungen von Ethik und Treue, die auf manche eventuell sogar unverständlich wirken können. Denn selbst wenn "Hero" gar nichts zu erzählen hätte, wenn ihm sonst jeglicher Inhalt fehlen würde, ja selbst dann wäre es ein sehenswerter Film. Er zelebriert die Schönheit der Bilder, entfaltet eine fast schon perfekte Ästhetik und macht sich dadurch phasenweise unangreifbar. Denn erzählerisch ist dies sicherlich nicht das Gelbe vom Ei. Gerade gegen Ende hin geht "Hero" storytechnisch spürbar die Luft aus und lebt tatsächlich nur noch von seinen Bildern. 


Zugegeben, die Handlung scheint eher dünn zu sein, aber nur auf den ersten Blick. "Hero" erzählt eine durchaus interessante Geschichte. Der Film besticht durch seine Ästhetik und Bildgewalt, durch seine Gfühle. "Hero" erzählt seine Handlung und Denkensart durch Farben und Formen, sowie durch zeitlupenartige Aufnahmen von langen Blicken der Protagonisten, ihrer Kunst der Kalligrafie oder dem Kampf. Dem Kampf kommt natürlich eine besondere Bedeutung zu. Auch hier fliegt man durch die Lüfte und scheint nicht an die Naturgesetze gebunden zu sein. Alles wirkt aber ungleich schöner, bildgewaltiger und damit fast schon religiös. Sie sind einfach nur schön. Anders als bei banalen Darstellungen, wo der Kampf nur zum Schauwert dient, agiert "Hero" auf ganz anderem Niveau. Es ist ein mentales Ringen, die Kämpfe finden im Kopf statt, werden aber zugleich bildgewaltig und erhaben dargestellt. Egal ob durch die musikalische Untermalung, den Zeitlupenaufnahmen, Regentropfen oder der wunderschönen Natur Chinas. Alles ist stimmig. Allein die Szene in der sich die fallenden Blätter Rot wie das Blut färben... zum Niederknien.


Wo bei anderen Filmen eine tolle Optik oft das Sahnehäubchen auf einer packenden Geschichte ist, da verhält sich dies bei "Hero" genau andersherum. Dieser Film ist für das Auge gemacht, für die Sinne. Ein Film, wie er sonst meist nur im Kopfkino läuft. Ein Film bei dem die Realität der Schönheit weichen muss. Er will zum Gefühl werden, zum Kunstwerk... und in seinen besten Momenten schafft er das ganz phänomenal. "Hero" ist für mich eines dieser Werke, bei dem ich weiß, warum es das Medium Film gibt - und warum ich es so sehr liebe.

9/10