Samstag, 14. Februar 2015

Vanilla Sky (2001)

http://www.imdb.com/title/tt0259711/

David Aames (Tom Cruise) ist ein New Yorker Vorzeige-Playboy, wie er im Buche steht. Die Aktienmehrheit an einem großen Unternehmen ermöglicht ihm einen luxuriösen Lebensstil, zu dem selbstredend auch Frauen gehören. Er führt eine Beziehung mit dem Model Julie (Cameron Diaz), die er aber ebenso wenig ernst nimmt wie die Freundschaft zu seinem einzigen Kumpel Brian (Jason Lee), dem er die Freundin ausspannt. David ist sofort von der Tänzerin Sofia (Penélope Cruz) fasziniert, als er sie auf einer Party kennenlernt. Doch lange soll das Glück nicht halten. Julie, die gern eine feste Beziehung hätte, fühlt sich hintergangen und ist furchtbar eifersüchtig. Sie verwickelt David in einen Autounfall, gemeinsam rasen sie mit 120 Stundenkilometer eine Brückenbrüstung hinunter - Julie ist tot, David überlebt schwer verletzt - sein Gesicht ist furchtbar entstellt...

Es gibt Thriller und sog. "Mindfuck"-Filme, die sind einfach nur anstrengend. "Vanilla Sky" gehört aber nicht dazu. Für jede Minute, die der Zuschauer an der Nase herum geführt wird, gibt es mindestens zwei Gründe weiter zu schauen. Entweder ist es Soundtrack/Inszenierung, der Anfang/das Ende, Cameron Diaz/Penelope Cruz, Atmosphäre/Bildsprache, Tom Cruise/Kurt Russell, ... und so könnte man ewig weitermachen. Die Form stimmt einfach immer. Über den Inhalt hingegen lässt sich sicher per Schema "Love it or Hate it" streiten.

Es ist ein komplexer Film, den man lange Zeit als sehr verwirrend erfährt, gegen Ende ergibt er aber doch einen gut zu verstehenden Sinn. Eifersucht, Paranoia, Leidenschaft, Narzissmus und Liebe. 'Vanilla Sky' ist ein Wechselbad der Gefühle und fasziniert durch eine spannend verflochtene Story über Luzidträume und einem kaufbaren, parallelen Universum. Jedenfalls gibt sich "Vanilla Sky" in keiner Minute so wirklich dem Mainstream hin, was wiederum jedem Zuschauer ein Erlebnis bietet, das ganz auf ihn und dessen Geschmack abzielt und somit gefällt oder eben missfällt. Mich hat dieses Machwerk über die volle Distanz gefesselt, man möchte die Geschichte des David Aames verstehen, wissen was Realität und Fiktion ist. Einige Male glaubt man sich kurz davor das Geschehen durchschaut zu haben, doch dann macht Regisseurin Cameron Crowe dem Zuschauer im letzten Moment einen Strich durch die Rechnung.

Rein objektiv betrachtet ist "Vanilla Sky" ein sehr guter Film (mit der ein oder andere Länge und Ungereimtheit), der sich ansonsten keine Blöße gibt. Leider - und das bringt letztendlich den Punktabzug - ist er für einen Thriller zu wenig elektrisierend und für  ein Drama zu komplex. Ob man ihn nun erträgt, mag oder verehrt bleibt dem Zuschauer überlassen. Ich mag ihn. Sogar sehr.

8/10