Samstag, 28. Februar 2015

Silent Hill (2006)

http://www.imdb.com/title/tt0384537/

Rose (Radha Mitchell) will nicht akzeptieren, dass ihre Tochter Sharon (Jodelle Ferland) an einer tödlichen Krankheit sterben soll. Gegen den Willen ihres Ehemanns Christopher (Sean Bean), flüchtet sie mit dem Kind, um es von einem Wunderheiler behandeln zu lassen. Auf dem Weg dorthin landet sie auf mysteriöse Weise in der unheimlichen Geisterstadt Silent Hill. Als Sharon plötzlich verschwindet, folgt Rose einer Silhouette durch die Stadt, von der sie glaubt es sei ihre Tochter. Bald wird klar, dass Silent Hill anders ist als alle Orte, an denen sie zuvor gewesen ist...

Ich bin kein Fan der Videospielvorlage, habe sie auch nie angetestet, geschweige denn intensiv gespielt. Von daher mag mir in manchem Zusammenhang der Bezug fehlen. Als geneigter Film- und besonders Horrorfilmfan war der Film für mich ein echter Genuss. Der gesamte Stil ist nahezu perfekt eingefangen und passt in das düstere Setting eines verlassenen Dorfes. Sei es der unheimliche Nebel, der Ascheregen, die furchterregende Soundkulisse oder das verstörende Creature-Design, besonders das "Pyramid-Head"-Monster, welches mir auch ohne die Spiele ein Begriff ist. Statt einer abgehalfterten Ballerorgie gibt es hier eben Survival-Horror im Vorhof zur Hölle, einen nicht greifbaren Albtraum der dann am besten ist, wenn das Geheimnis um das verfluchte Minenstädtchen noch ungelüftet ist. Beginnt der Film zu erklären, wird das unrunde und eigentlich nur zweckdienliche Skript zu offensichtlich, die Stärken von "Silent Hill" liegen ganz klar nicht in der Geschichte. Die Präsentation macht den Reiz aus.

Radha Mitchell ist eine tolle Hauptdarstellerin und sie schafft es, den Film nahezu im Alleingang zu tragen. Auch die Nebencharaktere wurden sensationell gut eingesetzt. Wie das für ein Spiel typisch ist, tauchen sie auf und verschwinden auch wieder für einige Zeit. Laurie Holden gefiel mir hier als Cop richtig richtig gut. Die kleine Jordelle Ferland beweist erneut, warum sie hervorragend gruselige Kinder spielen kann und Sean Bean spielt hier eine Rolle, die so gar nicht seinem typischen Muster entspricht. Allerdings macht er wie immer einen hervorragenden Job und überzeugt als besorgter Ehemann und Vater.

Mit "Silent Hill" ist so ein atmosphärischer Horrorthriller gelungen, welchem man vor allem seinen Verzicht auf Jumpscares hoch anrechnen sollte. Es wurden hier ebenfalls kein zu extremes Splatter-Feuerwerk abgefeiert, es gibt durch die gelungenen Effekte jedoch trotzdem enorme Schauwerte, die für eine 16er Freigabe höchst erstaunlich sind.

Durch sein perfektes Handwerk und der finsternen Stimmung gelingt es dem Film, oft bedrohliche Spannung zu erzeugen. Dadurch können auch die zu lange Laufzeit (125 Minuten) und eine etwas wirre Story mit einem eiskaltem Ende ausgeglichen werden. Mir als Nicht-Kenner der Spiele hat der Film gut gefallen und ich denke Fans wurden ebenfalls zufriedengestellt. Eine schöne albtraumhafte Adaption mit teils recht hartem (gut gemachtem) Horror, jedoch leicht verworrener Story.

7/10