Donnerstag, 26. Februar 2015

Mirrors (Unrated) (2008)

http://www.imdb.com/title/tt0790686/

Nach dem Tod seines Partners verliert Ben Carson (Kiefer Sutherland) dank seines starken Alkohol- und Medikamentenkonsums auch noch Frau (Paula Patton) und Kinder (Cameron Boyce und Erica Gluck). Schließlich kommt er vom Alk los und nimmt einen Job als Nachtwächter im baufälligen Mayflower Building an. Doch schon in der ersten Nacht auf der neuen Arbeitsstelle scheinen Bens Sinne ihm einen Streich zu spielen. Ben hört Geräusche und die gewaltigen Zierspiegel in dem maroden, rußverschmierten Bauwerk offenbaren ihm unheimliche Visionen. Die Neugier des Ex-Cops ist geweckt - und bald auch das blanke Entsetzen!

Endlich mal wieder ein Horrorfilm bei dem ich mich gegruselt habe. Alleine die Anfangssequenz, simple Idee mit großartiger Wirkung. Die düstere Stimmung des ausgebrannten Kaufhauses ist einmalig. Ganz sicher einer besten Sets, die ich je in einem Horrorfilm gesehen habe. "Mirrors" ist das dritte Werk von Regisseur Alexandre Aja, der die Filmwelt schon mit "High Tension" und "The Hills Have Eyes" schockierte. Wieer ein Remake, aber mit "Mirrors" ist dieses Mal sogar ein namhafter Schauspieler an Bord und der Film konzentriert sich endlich mal etwas mehr auf Story, statt nur auf harten Splatter. Der ist zwar auch gut positioniert vorhanden und bietet ein paar echt fiese Szenen, aber man merkt doch deutlich, dass Aja etwas erwachsener geworden ist.

"Mirrors" bietet eine sehr gute Spannung und eine dazu passende gruselige Atmosphaere. Die Schockmomente kommen kurz und knackig, der Gorefaktor ist etwas "milder". Was den Film darüber hinaus zu einem guten Horrorstreifen macht, ist definitiv nicht die Story oder der große Gruselfaktor, sondern ganz klar Hauptdarsteller Kiefer Sutherland, der den Film quasi im Alleingang trägt. Aber auch der "Hauptdrehort" hat es in sich: dieses Haus hat durch die perfekte Set-Einstellung und die Bestückung der Spiegel eine außergewöhnlichen Part dazu beigetragen, dass die Szenen in diesem Gewölbe so schaurig-schön ablaufen. Ich liebe zudem die Art des Gruseleffekts, der größtenteils nur im Kopf entsteht. Spiegelbilder, die stehen bleiben, auch wenn die Person sich schon abgewandt hat. Da krabbelt Gänsehaut den Rücken entlang. Das gefällt.

Zum Ende hin bewegt sich der Film auf einem ganzen schmalen Grad hin zum Übertriebenen, aber irgendwann bekommt er dann doch noch die Kurve. Spannung und Angst werden zugunsten eines Thrillers vernachlässigt und gegen Ende sogar völlig ausgeblendet. Als purer Horrorfilm funktioniert "Mirrors" daher nur eher mäßig, als Thriller im Horrorfilmgewand weiß der Film jedoch sehr gut zu unterhalten. Je nach Anspruch wird man daher als Zuschauer enttäuscht sein oder eben sehr gut unterhalten. Bei mir war es letzteres.

8/10

Von STUDIOCANAL kommt der Film endlich in seiner "Unrated Version" - natürlich im Mediabook: