Montag, 23. Februar 2015

Beetlejuice - Lottergeist Beetlejuice (1988)

http://www.imdb.com/title/tt0094721/

Barbara und Adam Maitland (Geena Davis und Alec Baldwin) sind frisch verheiratet. Doch bei einem Autounfall kommen die beiden ums Leben und müssen von nun an für 125 Jahre in ihrem Haus bleiben. Sobald sie es verlassen wollen, landen sie nicht außerhalb des Hauses, sondern auf dem Saturn, um von einem riesigen Sandwurm verfolgt zu werden. Auch die Behörde für das Leben nach dem Tod kann ihnen nicht weiterhelfen. Als schließlich eine neue Familie in das Haus einzieht – Delia (Catherine O’Hara), Charles (Jeffrey Jones) und Tochter Lydia (Winona Ryder) – haben die Maitlands keine ruhige Minute mehr. Mit allen Mitteln des Spuks versuchen sie, die Familie aus dem Haus zu jagen. Dafür rufen sie den Poltergeist Beetlejuice (Michael Keaton) um Hilfe, der immer dann kommt, wenn man seinen Namen dreimal ausspricht und durch dasselbe Ritual wieder verschwindet. Doch Beetlejuice schreckt vor nichts zurück und bald müssen die Maitlands alles daran setzen, um ihn wieder loszuwerden.

Wenn ich ich an kreative, skurrile und verrückte Filme denke, fällt mir auch sofort der Name Tim Burton ein. Und das kommt nicht von irgendwo. "Beetlejuice" hier ist das perfekte Beispiel. Der Film ist voller illustrer Ideen. Eigentlich beginnt er mit dem Tod, doch "Beetlejuice" ist kein trauriger oder gar (sehr) gruseliger Film. Schon in der ersten Szene zeigt der Film eine Kamerafahrt von einer realen Stadt in ein Modell - was so geschickt gemacht wurde, das es einem - wenn überhaupt - erst ganz spät auffällt. Leider ist Burtons Stil weitestgehend so gut wie ausgestorben, aber der Meister höchstpersönlich schafft hier einen wunderbar abgedrehten, schaurig-lustigen Film der Extraklasse. Und in der Tat ist der Film mit so unheimlich verrückten Ideen vollgestopft, das man aus dem Staunen manchmal nicht heraus kommt. Es scheint fast, als kennt Burton einfach keine Grenzen. Auch Danny Elfman, der für die musikalische Untermalung verantwortlich zeichnete, scheint keine zu kennen: sein Score ist so unglaublich vielfältig und gleichzeitig wirr, dass er perfekt zum Film passt.

Die angewendete Stop-Motion-Technik kommt auch nie lächerlich und gibt dem Film noch mal einen eigenwilligen und besonderen Flair. Generell mag ich das an Burton. Bei seinen Filmen bekomme ich immer ein Gefühl, das ich nicht bei anderen Regisseuren bekomme, es ist eine Atmosphäre vorhanden, die mir einfach verdammt gut gefällt. Manchmal albern, aber nie nervig. Manchmal bissig, aber nicht so (offensichtlich) doll, das es schmerzt. Immer phantasievoll und mit enormer Hingabe umgesetzt, total detailverliebt. Michael Keaton als Beetlejuice ist wirklich gut (vor allem, weil fast alles improvisiert war), aber der eigentliche titelgebende Charakter bekommt meiner Ansicht nach viel zu wenig Screentime. Aber weit abseits dieser eigentlich tragischen Thematik des Todes erscheint Burton dahingegen trotz seiner zweifellos vorhandenen misanthropischen Ader wieder ganz als der galante Idealist; sein Leben nach dem Tod ist die lang ersehnte zweite Chance, nochmals miteinander glücklich zu werden. Eben ein hemmungsloser Romantiker.

7,5/10