Freitag, 12. Dezember 2014

[KINO] The Hobbit: The Battle Of The Five Armies 3D - Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere 3D (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2310332/

Im dritten Teil der Hobbit-Trilogie von Peter Jackson, wird die abenteuerliche Reise des Titelhelden Bilbo Beutlin (Martin Freeman) und seiner Begleiter Gandalf (Ian McKellen) und den Zwergen, angeführt von Thorin Eichenschild (Richard Armitage), fortgeführt. Im dritten Teil von Der Hobbit stehen der Kampf gegen die Fünf Heere, Bilbos Heimkehr und die Verbindung zu den späteren Ereignissen der Herr der Ringe-Reihe im Vordergrund. Nach der Rückeroberung ihrer Heimat wurde nun eine finstere Macht entfesselt. Die Bewohner von Seestadt schweben in großer Gefahr und sind bald auf Hilfe angewiesen. Thorin zeigt sich jedoch angesichts des wiedergewonnenen Schatzes uneinsichtig und verweigert seine Unterstützung. Bilbo versucht verzweifelt, ihn zur Vernunft zu bringen. Derweil steht eine weitere Bedrohung bevor, denn Sauron hat eine gewaltige Armee Orks entsandt. Die verfeindeten Parteien müssen nun entscheiden, wie es weitergeht: Kämpfen Zwerge, Elben und Menschen nun Seite an Seite, um die Orks zu besiegen oder wollen sie die Zukunft von Mittelerde aufs Spiel setzen, indem sie weitermachen wie bisher?

Sind tatsächlich schon wieder drei Jahre ins Land gegangen? Ist die nächste Trilogie rund um Mittelerde schon wieder vorbei? Unfassbar, wie schnell die Zeit vergeht. Nachdem wir uns diese Woche extra zur Einstimmung noch einmal die ersten beiden Teile ("Eine unerwartete Reise (Extended Version, 3D)" und "Smaugs Einöde (Extended Version, 3D") angesehen haben, wurde es nun Zeit für den Abschluss der zweiten epischen Trilogie von Regisseur Peter Jackson. Schon im Vorfeld hatte ich das Lied von Billy Boyd "The Last Goodbye" hoch und runter gehört und ich befürchtete vor einer Woche schon, dass ich für diese Art Abschiede zu nah am Wasser gebaut bin. Doch irgendwie kam alles anders und nun erst einmal zum Film.

"Die Schlacht der fünf Heere"  greift die Geschichte des zweiten Teils nahtlos auf und gibt dem wahrlich bösen Cliffhanger aber auch das erwartete Ende. Es ist überaus wichtig, dass man die beiden Vorgänger gesehen hat, denn sonst wird man hier ins kalte Wasser geworfen. Jegliche Hintergrundinformationen, gehen fast nur aus diesen hervor. Weit weg von der ewigen Konstellation kopiert er dennoch nicht einfach die Vorgänger oder gar das Ende der alten Trilogie, sondern schreibt seine eigene Geshichte und bringt so die Hobbit-Trilogie zu einem würdigen Abschluss. Mit gerade mal 144 Minuten erscheint Teil 3 auch recht kurz, aber hier tut ihm das richtig gut. Ich möchte fast behaupten, man vergleicht innerlich auch immer mit dem dritten Teil der "Herr der Ringe"-Trilogie und das muss sich eben dieser Nachfolge-Dreiteiler eben auch gefallen lassen. Denn wo der dritte Teil der alten Trilogie seine Längen hatte, ist hier gestrafft und auf Action, bzw. Story gesetzt worden, die dann den ganzen Film zu einem von vorn bis hinten spannenden und vor allem unterhaltsamen Konstrukt machen, welchen man sicher immer und immer wieder ansehen kann.


Die schon weit im Vorfeld angkündigte große Schlacht der fünf Heere (wobei ich mich noch jetzt wundere, wieso hier fünf Heere gezählt wurden, denn wenn man es auf die Völker herunter bricht, komme ich nur auf vier: die Zwerge, die Orks, die Elben, die Menschen und dann?) nimmt auch den erwarteten großen Teil des Hobbits ein. Natürlich hat auch wieder Legolas seinen obercoolen Auftritt (ja natürlich ist der CGI, aber wen stört das?) inmitten des ganzen Schlachtgetümmels (in gewisser Weise erwartet man den auch) und ein paar traurige Momente kommen obendrauf. Da sich der ganze Teil fast nur in Erebor, bzw. auf dem Feld davor und in der Stadt Thal abspielt ist auch wieder etwas mehr storytechnische Ruhe eingekehrt: alles findet sein Ende. Richtig Fantasy wird es zwischendurch in Gol Dulgur, wenn zwei unerwartete und besondere Figuren ihr ganzes Können einsetzen müssen, um den Mächten des Bösen zu widerstehen. Auch hier entsteht eine schöne Andeutung auf die Ring-Trilogie, die sich irgendwie gut anfühlt und zumindest bei mir das Gefühl hervorruft, die alte Trilogie unbedingt mal wieder sehen zu müssen.

Rein visuell bietet der dritte Teil des Hobbits natürlich einmal mehr spektakuläre Außenaufnahmen, große Festen (wer baut sowas?) und jede Menge Details. So ist die festung der Zwerge Erbor wieder einmal grandios in Szene gesetzt, aber auch die filigranen Rüstungen der Elben, die grabschlächtigen Waffen der Orks oder die beinahe schon ärmliche Kleidung der Menschen passend und tragen so dazu bei, dass man der Geschichte einfach alles abnimmt was sie einem serviert. Gerade auch das 3D ist in HFR sehr angenehm und lassen den ganzen Streifen ein Stück weit realer wirken, als so manch andere Produktion. Ein großes Plus geht auch an die Schauspieler, die alle sichtlich Spaß an ihren Rollen hatten, hervor zu heben ist hier in meinen Augen Orlando Bloom, der den Elb Legolas Grünblatt (endlich wird er auch al im Film komplett beim Namen genannt!) einmal mehr perfekt spielt, aber auch Richard Armitage als Thorin oder Ian McKellen als Gandalf sind voll dabei. Martin freemann als der titelgebende Hobbit empfinde ich persönlich auch als wesentlich angenehmer als den weinerlichen Frodo. Er ist in gewissen Weise gewitzter, Taffer und vor allem vorausschauender als sein späterer Neffe.

"Die Schlacht der fünf Heere" bietet aber darüber hinaus noch etwas mehr. Nämlich eine kleine Moral, wie sie bei Fantasy-Streifen fast schon üblich ist. Bei der ganzen Besessenheit, die Eichenschild angesichts seines Schatzes überfällt und die damit verbundene Kurzsichtigkeit und der Wahnsinn werden hervorragend dargestellt. Und die Moral? Ist alles Gold der Welt mehr wert als Freundschaft und Zusammenhalt? Natürlich nicht. Denn ansonsten würde die "Schlacht der fünf Heere" auch nicht so verlaufen. Dies wird untermalt von einem passenden, aber weit weniger eingänglichen Soundtrack. Howard Shore, den in den letzten Jahren immer wieder genau den Nerv in gewissen Szenen traf (ich erinnere nur an das großartige Stück "Feast Of Starlight", welches mir aus dem zweiten Teil ganz groß im Gedächtnis blieb), konnte hier in meinen Ohren leider nicht vollends überzeugen. Klar, altbekannte Themen sind da und werden aufgegriffen, aber mir fehlt hier in gewsisser Weise das Epische, dass die letzten Filme so groß machte. Aber an seine wahrhaftig großartige Leistung in "Herr der Ringe" kam er im Hobbit bisher noch nie ran.

Wenn man nun alles zusammen betrachtet, hat man mit "Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere" gerade auch in 3D einen wirklich tollen Abenteuer-Fantasy-Action-Streifen, der nicht ganz an den ersten Teil heranreicht und dem zweiten das Wasser nicht reichen kann. Der zweite Teil wird somit für alle Zeiten mein Favorit der Hobbit-Trilogie sein, gerade auch weil er mehr Fantasy ist als die anderen beiden Teile. Insgesamt aber ein großartiges, schönes, beeindruckendes und vor allem technisch wie austatterisch großes Werk, was Regisseur Peter Jackson da wieder geschaffen hat. Man sich über eines im Klaren sein: "Der Hobbit" hat eben nicht die Fülle des "Herr der Ringe". Es ist ein Kinderbuch. Es hat knapp 400 Seiten. Der "Herr der Ringe" hat ca. 1.300 Seiten. Da muss man improvisieren können, um 3 Filme daraus machen zu können. Das hat Peter Jackson hinbekommen. Er hat alles aus dem "Hobbit" rausgeholt was ging. Es ist alles dabei was aus dem Buch wichtig ist. Sogar noch ein wenig mehr um mit dem Filmen einen Bogen zum "Herr der Ringe" schlagen zu können. Denn das Ende und vor allem die allerletzte Szene transportiert dann eine dermaßen heimeliche Stimmung und leitet so überaus genial und geschickt zu der "Herr der Ringe"-Trilogie über, dass es eine wahre Freude ist. Dennoch ist es weit weiger weinerlich als das Ende seiner Vorbild-Trilogie und "Die Rückkehr des Königs". Hier ist trotz einer ruhig auslaufenden Geschichte weit weniger Ende am Ende.

Aber ist es nun tatsächlich vorbei? Kommt da nichts mehr? Doch. Im kommenden Jahr wird wieder eine "Special Extended Edition" die Reise in Mittelerde verlängern und schon im Kino brannte die Diskussion auf, was denn da wohl erweitert werden würde. Man sieht, so ganz weg will wohl keiner von dort.

7,5/10

Exklusiv bei amazon.de gibt es die 12-Disc Steelbook-Trilogie im Box-Set, das die Filme in 2D und 3D enthält. Die 3 Steelbooks befinden sich in einer stabilen, lackierten und geprägten Box. Dazu gehört "Bilbo's Journal", ein unbeschriebenes Tagebuch, in Leder gebunden. Eine sehr schicke Edition!