Sonntag, 7. Dezember 2014

Escape From L.A - Flucht aus L.A. (1996)

http://www.imdb.com/title/tt0116225/

Wir schreiben das Jahr 2013, ein gewaltiges Erdbeben hat Los Angeles vom Festland getrennt. Der moralistische Präsident der USA läßt alle Bürger, die sich nicht an die neuen Regeln halten, auf die natürliche Gefängnisinsel L.A. deportieren. Die Tocher des Staatsoberhauptes entwendet eine gefährliche Waffe und versteckt sich damit in dem Verbrecherloch. Snake Plissken (Kurt Russell) wird beauftragt, das Gerät wieder zu beschaffen...

"Escape from L.A." ist ein Film, der besonders unter der falschen Erwartungshaltung der Kinozuschauer zu leiden hatte. 1981 drehte John Carpenter einen Meilenstein der dystopischen Science Fiction Films mit, vergleichsweise, mageren 6 Millionen US Dollar und unglaublich genialem düsteren Design. Der Film war ein Kassenerfolg und hievte Darsteller Kurt Russel in den Sternchenhimmel. Trotzdem dauerte es lockere 15 Jahre bis sich Russel und Carpenter dazu entschlossen eine Fortsetzung zu drehen, oder eher ein in die 90er passendes Halb Remake Halb Sequel Gedöns. Und mit "passend in die 90er" meine ich: Rocjmusik, Basketball, Surfen und lange Ledermäntel (3 Jahre vor Matrix und Steven Seagals Ledermantel-Fetisch, wohlgemerkt).

Entgegen den Erwartungen ist "Escape from L.A." nur keine ernstgemeinte, düstere Zukunfts Dystopie, sondern eine bewusste Parodie auf Carpenters eigenen Film. Das merkt man u.a. an den katastrophal(!) schlechten Effekten, die selbst in den 70ern eher mau gewesen wären, an absurd sinnlose Szenen wie die "Inmitten eines Tsunamis surfen gehen"-Szene mit Crocodile Dundee und der Idee, einen sich selbst verunstaltenden Schönheits-Chirurgen als einen der Gegner und ein Che Guevara-Verschnitt als Oberboss in L.A. herumdoktern zu lassen.

 Der Film nimmt sich zu keiner einzigen Sekunde selbst ernst, Russel gibt zwar den ständig grimmig dreinschauenden Snake Plissken nach wie vor hervorragend, aber passt sich dennoch perfekt in diese abstrus übertriebene L.A. Satire ein. Gerade die bewusste Schlechtheit des Films bringt doch einen dann aber doch zumindest zum Schmunzeln. Es ist defenitiv keiner von Carpenters besten Werken, jedoch als unterhaltsamer Zwischendurch-Actioner absolut zu gebrauchen. Die 50 Millionen, die dieses Werk kostet (das kann ich bis heute nicht glauben!) gingen da wohl eher in die Gage der Schauspieler und weniger in den Rest. Alles in allem eine ziemlich trashige Fortsetzung von John Carpenters Klassiker "Die Klapperschlange" aus dem Jahr 1981.

6,5/10

Von Eightyfour Entertainment kommt der Film ungeschnitten und in HD im "2-Disc Limited Collector's Edition" Mediabook.