Samstag, 1. November 2014

Zulu (2013)

http://www.imdb.com/title/tt2249221/

Zu Zeiten der Apartheid entkam Ali Neuman (Forest Whitaker) nur knapp einem Massaker, als er mit seiner Familie zwischen die Fronten der militanten Inkhata und Nelson Mandelas ANC geriet. Mittlerweile ist Neuman Chef der Mordkommission in Kapstadt, doch die Narben sind nur oberflächlich über seiner traumatischen Vergangenheit verheilt. Einer seiner Mitarbeiter ist Brian Epkeen (Orlando Bloom), ein Heißsporn, dessen Familie einst gemeinsame Sache mit der Etablierung mit der Apartheid machte, wovon er sich aber vehement distanziert. Gemeinsam arbeiten sie in einer Welt, in der Bandenkriminalität, Drogenmissbrauch und Tod den Alltag darstellen. Als sie in einem neuen Fall den Mord an zwei jungen Frauen recherchieren, geraten sie schnell in eine Spirale der Gewalt, die nur oberflächlich im Hier und Jetzt verankert ist. Denn die Schatten der Apartheid sind gegenwärtiger als gedacht...

Der Streifen "Zulu" sprach mich vor allem wegen seinem Backcovertext an, wegen den Darstellern und auch wegen seiner Freigabe. Wie oft findet man einen ehrlichen, ungeschönten Film, einen Thriller, der sich des Themas Apartheid in Südafrika annimmt und diesen dann noch einen einen Drogen-Krimi verpackt? Eben.

"Zulu" hat zwei Ebenen - die des gewöhnlichen Drogenthriller (mit teils extremer eruptiver Gewalt) und die des Post-Apartheid-Südafrikas. Die eigentliche Stärke von Zulu liegt sicherlich in der Verknüpfung dieser Ebenen, die letztlich in einer karthasischen Szene mündet, in der Forest Whitaker (mal wieder deutlich stark in seiner Rolle) dem unterdrückten Bedürfnis nach Rache Geltung verschafft - es ist ein Film, keine Aufforderung, sondern eine Darstellung dieses Gefühls, dass ihm auch Raum einräumen möchte.

Lässt man sich auf diese Ebene nicht ein, bleibt es (dann sicherlich: nur) ein recht gewöhnlicher Drogen-Polizei-Thriller, der halt in Südafrika und nicht in nord- oder mittel- oder südamerikanischer Problemzone angesiedelt ist. Das wird dem Film aber meiner Meinung nach nicht gerecht. Mancher wird aber insofern eher enttäuscht sein, und zuzugeben ist, dass die politisch-philosophischen Aspekte eher angedeutet werden und auch keineswegs sehr tiefsinnig sind. Die Gestaltung aber empfand ich als gelungen.

Orlando Bloom fand ich ebenfalls recht überzeugend. Es ist sehr angenehm zu sehen, dass er eben nicht nur den Schönling spielen kann, dem die Frauen hinterher hecheln. Ja, doch, der Mann hat Wandlungsfähigkeit. Die Stärken des Films liegen auf der anderen Seite dann noch im exotischen Setting - Kapstadt wird als dreckige Zweiklassengesellschaft nicht schön, aber faszinierend präsentiert. Diese düstere, tieftraurige und nicht zuletzt spannende Geschichte schockiert einen an manchen Stelle zutiefst.Unddas Ende war genau nah meinem Geschmack.

Alles in allem kann man durchaus sagen, wer Drogen-Cop-Thrillern grundsätzlich nahe steht und sich gerne - auch "gewöhnlich" - unterhalten lässt und dabei ggf. sogar es noch wertschätzen kann, wenn eine Geschichte ein bisschen Hintergrundtiefgang hat, dem sei "Zulu" auf jeden Fall ans Herz gelegt.

8/10

Auch bei diesem Film gibt es eine Limited Edition im Steelbook: