Sonntag, 30. November 2014

The Raid 2: Berandal - The Raid 2 (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2265171/

Kaum hat es Rama (Iko Uwais) mit letzter Kraft aus dem Hochhaus geschafft, das er mit seiner Spezialeinheit in "The Raid" erstürmen sollte, schon kündigt sich neuer Ärger an. Er muss erkennen, dass seine Gegner selbst nur kleine Marionetten in einem viel größeren Spiel waren. Um sich und seine Familie zu schützen, muss er untertauchen und seinen Kampf in einer verschworenen Spezialeinheit fortsetzen. Unter seiner neuen Identität Yuda soll er für seine Vorgesetzten eine der berüchtigtsten Mafia-Familien Jakartas infiltrieren. Hier soll er Informationen über korrupte Cops sammeln, die auf der Gehaltsliste der Kriminellen stehen. Sein Weg in die Unterwelt beginnt, indem er als unbekannter Häftling im härtesten Gefängnis Jakartas die Aufmerksamkeit des Clans wecken muss. Kaum aus dem Gefängnis entlassen, schafft es durch seine Kampfkünste schnell einen starken Eindruck zu hinterlassen. Doch ehe er sich auf die Suche nach korrupten Cops machen kann, wird das fragile Gleichgewicht der Clans in Jakarta durch den skrupellosen Aufsteiger Bejo gekippt und ein Krieg um die alleinige Macht entbrennt.

Was für ein Brett von einem Actionfilm! "The Raid 2" ist etwas anders als sein Vorgänger, weil er eine Story um die Kämpfe strickt. Und die ist sogar ziemlich gelungen. Es wird mehr investiert in den Protagonisten Rama und seine Geschichte, aber man muß ihr schon aufmerksam folgen, um nicht irgendwann den faden in dieser für einen Actionfilm recht komplexen Erzählung zu verlieren. Die perfekte Balance zwischen Kämpfen und Geschichte liegt in der Mitte zwischen beiden Filmen, der erste Teil hätte meiner Meinung nach etwas mehr Story vertragen können (auch wenn das nicht wirklich gestört hat) und hier war es nun ein klein wenig zu viel. Aber nun zum Hauptgrund, warum jeder den Film guckt: Die Kampfszenen.

Alter Schwede, sind die wieder genial und brachial. "The Raid 2" bietet noch aufwändigere Choreographien, eine tolle Kameraführung und eine Vielzahl an Locations, natürlich noch krasseren Gegnern und Waffen und übertrifft in dem Hinblick noch mal seinen Vorgänger - und das nicht nur um ein klein wenig. Der Gewaltgrad ist unfassbar hoch (und damit ist es überhaupt ein Wunder, dass der Film ungeschnitten eine FSK-18-Freigabe erhielt) für einen Actionfilm. Genau so und nicht anders hätte "The Expendables 3" aussehen müssen! Hier gibt es so unglaublich  brutale und gleichzeitig blutige Szenen, dass man es oft gar nicht fassen kann, dass die FSK bei uns den Film tatsächlich ungeschnitten durchgehen liess. Die Kämpfe bleiben auch stets ernst, auch wenn manchmal die Grenze zum Comichaften leicht überschritten wird, aber das fällt in keinster Weise negativ auf, weil es auch so elektrisierend ist wie auch Spaß macht, wenn man Rama bei der "Arbeit" zusieht.

Ob in einem Auto, in einer Küche (die Szene ist der Hammer!) oder in einem Lagerraum - man spürt wieder regelrecht richtig den Impact der Schläge und zuckt hin und wieder angesichts des Gezeigten zusammen. Regiesseur Gareth Evans weiss die Arbeit seiner Kameraleute mehr als zu schätzen und lässt diese mit Bildern und Kamerafahrten arbeiten, die man so wohl noch nie gesehen hat. Mehr als einmal kommt man sich vor als wäre man selber mitten im Geschehen und würde mit Rama und Co. mitkämpfen. Auch der Soundtrack ist hervorragend und weiß mit jeder Note auf eine Situation hinzuweisen, noch bevor sie eigentlich beginnt. Das zeiht die Spannung unglaublich an und schafft ein geniale fesselnde Atmosphäre. Obwohl der Streifen mit 150 minuten recht lang ist, hätte er wohl auch nicht kürzer sein dürfen, um seine geschichte zu erzählen. Aber die letzte halbe Stunde ist ein reines Vergnügen.

In seinem Genre wird "The Raid 2" (wie auch schon sein Vorgänger) vermutlich ein Meilenstein sein und in puncto Martial-Arts-Action auch erst mal einige Jahre der Maßstab bleiben. Das ist mal sicher. Mehr davon!

8,5/10

Die "Ultimate Edition"von "The Raid 2" erschient von KOCH MEDIA in einer schicken Box, die den Film in der ungeschnittenen FSK-18-Fassung (welche ein Wunder ist angesichts des Gewaltgrades) enthält. Dazu gibt es den zackigen Soundtrack von Joseph Trapanese, Aria Prayogi und Fajar Yuskemal.