Sonntag, 2. November 2014

The 'Burbs - Meine teuflischen Nachbarn (1989)

http://www.imdb.com/title/tt0096734/

Ray Peterson lebt mit seiner Frau Carol in einer ganz normale amerikanische Vorortsiedlung. Die idyllische Ruhe nimmt ein jähes Ende, als die Klopeks in die Nachbarschaft ziehen und schon bald Gerüchte von deren mörderischem Tun die Runde machen. Grund genug für Ray und den pensionierten US-Soldaten Mark Rumsfield, mal nach dem Rechten zu sehen – und so den größten Horror offenzulegen, der einen hier erwarten kann: Das amerikanische Spießbürgertum.

Obwohl mich Joe Dante's "The Hole" nicht umgehauen hat, so hat der Mann eindeutig zu viele Filme, die richtig gut sind. So ist es auch mit "The 'Burbs". Humorig, schaurig, spannend. "Meine teuflischen Nachbarn" ist ein äußerst kurzweiliger Film, der geschickt mit seinen Charakteren und seiner Athmosphäre spielt. Bestimmt eine der besseren Komödien, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Wahrscheinlich, weil das Genre Komödie auch nur indirekt zutrifft. Vielmehr ist es eine Satire, ein sarkastischer Seitenhieb auf die 'normalen' Menschen und deren Verhaltensweisen. Alles Neue, was sich nicht anpasst oder entblößt, wird sofort kritisch betrachtet. Und schon hat man schlimmstenfalls Satanisten im Vorgarten nebenan...

Die Stärke der "teuflischen Nachbarn" liegt in seiner ganzen Art, dem Gesamtpaket. Dersich langsam aufbauende Zwist, ausgelöst durch Neid, Anspielungen und Mißverstädnisse. Tom Hanks, aber vor allem Bruce Dern liefern eine klasse Leistung ab. Dabei ist die Story aber auch zu gut, die Spannung fällt zu keinem Punkt ab, sondern fesselt von Beginn an. Und immer fragt man sich: sind die Nachbarn denn nun teuflisch? Je mehr Beweise gesammelt werden, umso drängt sich dem Zuschauer aber auch die Lösung auf. Die Nachbarn sind bestimmt nur normale Menschen, wie du und ich. Schließlich sehen wir diesen Plot ständig im Film und irgendeine Wendung muss doch noch genommen werden, um nicht zu starr dem Konzept zu folgen. Die offensichtlichen Beweise werden sich schon erklären lassen können.

Und dann der Double-Twist, der mich umgehauen hat - den hatte man nicht unbedingt erwartet. Weitere positive Aspekte an "Meine teuflischen Nachbarn" sind die Anleihen und Persiflagen aus bekannten Filmen, zitiert durch Bilder, kleine Szenen, Musik, und so weiter. Außerdem tritt ein sehr feiner, ironischer Humor auf. Und die offene Frage, wann wir normal und wann abnormal sind. Im Grunde die Vorlage für "Desperate Housewives".

7,5/10