Donnerstag, 23. Oktober 2014

The Wrestler (2008)

http://www.imdb.com/title/tt1125849/

Randy “The Ram” Robinson (Mickey Rourke) war in den 80er Jahren ein gefeierter Wrestlingstar und Liebling vieler Fans. Diese Zeit ist jedoch längst vorbei, mittlerweile arbeitet er im Lager von einem Supermarkt und lebt in einer Wohnwagensiedlung, wo er sich kaum die Miete für den Stellplatz leisten kann. Seine einzigen Lichtblicke sind die Kämpfe gegen andere Wrestler, genau wie er, Stars vergangener Tage in kleinen Turnhallen, und die Besuche bei der Stripperin Cassidy (Marisa Tomei). Sie ist sein einziger richtiger sozialer Kontakt und die beiden kommen sich auch außerhalb des Stripclubs näher. Cassidy ist es zudem, die Randy motiviert, den Kontakt zu seiner Tochter Stephanie (Evan Rachel Wood) wieder aufzunehmen. Als Randy nach einem harten Kampf in der Umkleidekabine zusammenbricht, muss er am Herzen operiert werden. Der jahrelange Missbrauch von Steroiden fordert jetzt seinen Tribut. Laut den Ärzten könnte Randy sterben, sollte er wieder in den Ring steigen. Aber schafft er es, auf das zu verzichten, was ihm am allermeisten bedeutet?

Mit "The Wrestler" meldete sich Darren Aronofsky nach seinem (im direkten Vergleich)  viel komplexeren, kunstvoll inszenierten "The Fountain" mit einem mehr als überraschenden Film zurück. Erstmals nicht nach einem selbst geschriebenen Drehbuch verfilmte er dieses Drama. Auf die gewohnten inszenatorischen Merkmale verzichtete er ebenfalls. Stattdessen gibt es eine raue, unruhige Handkameraführung, die sich stets sehr nah am Protagonisten hält. Dieser ist ein in die Jahre gekommener Wrestler, der es außerhalb des Rings und Rampenlichts nicht schafft, mit der realen Welt da draußen fertig zu werden.


Aronofsky lässt den Zuschauer hautnah am Leben dieser Figur teilhaben. Oftmals musste sich der Regisseur den Vorwürfen stellen, seine Filme seien meist zu arg "Style Over Substance" und er könne keine wirklich stimmigen Geschichten mit authentischen Charakteren erzählen, aber mit diesem Werk verweist er eben diese Kritiker in die Schranken, den "The Wrestler" ist ein intensives, ungeschöntes sowie fesselndes Drama wie aus dem Lehrbuch für gute Dramen und das komplett ohne pompöse und aufwendige Inszenierungsweise. Dabei ist der Film natürlich auch für Leute geeignet, die mit der eigentlichen Sportart nicht so viel anfangen können, obwohl der Streifen auch in diese einen erhellenden, interessanten und nahezu ernüchternden Einblick gewährt.

Man kommt allerdings nicht drum herum, im Bezug auf diesen Streifen den Hauptdarsteller zu erwähnen. Für Mickey Rourke war die Rolle in diesem Werk ein Triumph auf ganzer Linie. Es fällt einem nicht wirklich schwer, einzuschätzen, wie viel er von seiner wahren Persönlichkeit in diesen Film einfliessen lies. Durch seinen gezeichneten Körper und sein gebeuteltes Gesicht ist Rourke die absolute Idealbesetzung des Wrestlers, der nur noch ein Wrack ist. Dabei zieht der Schauspieler trotzdem sämtliche Register der Schauspielpalette und begeistert mit einer anrührenden Performance. "The Wrestler" ist ein überraschendes, eher untypischeres Werk von Darren Aronofsky. Mit dem reduzierten Inszenierungsstil, den starken Darstellern, allen voran ein unglaublich guter Mickey Rourke und einer fesselnden Erzählweise beweist der Regisseur, dass er selbst als ein simpler Geschichtenerzähler ein Meister im Filmgeschäft ist.

8,5/10