Samstag, 11. Oktober 2014

The Punisher (Extended Version) (2004)

http://www.imdb.com/title/tt0330793/

Nach dem grauenvollen Massaker an seiner gesamten Familie hat der ehemalige FBI-Agent Frank Castle (Tom Jane) nur noch ein Ziel: Er will die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Ganz oben auf seiner Liste steht der Unterweltboss Howard Saint (John Travolta). Mit besessener Präzision bereitet Castle seine Vergeltung vor, rüstet sich mit einem üppigen Waffenarsenal aus und sondiert akribisch die Gewohnheiten seines Gegners. Castle will Howard Saint das nehmen, was ihm am wichtigsten ist: sein Geld, das Vertrauen in seine rechte Hand Quentin (Will Patton) und nicht zuletzt die Liebe zu seiner Frau Livia (Laura Harring). Auf seinem Weg zur Vergeltung bekommt es Castle mit neuen Feinden wie dem musikalischen Killer Harry Heck (Mark Collie) oder dem Muskelberg The Russian (Kevin Nash) zu tun, aber auch mit neuen Freunden wie seinen verschrobenen Nachbarn Joan, Dave und Mr. Bumpo (Rebecca Romijn-Stamos, Ben Foster, John Pinette). Der gnadenlose Showdown rückt näher – aus Frank Castle wird "The Punisher".

Die erneute Verfilmung des Marvel Comics. Frank Castle ist hier statt Polizist ein FBI-Agent. Aus Castle wird der Punisher, diesmal mit seinem Erkennungszeichen, dem Totenkopf auf der Brust. Und statt gegen die Yakuza geht es gegen den mächtigen Unterweltboss Howard Saint. So weit, so gut. Der Streifen beginnt auch recht interessant und vor allem rasant, zügelt aber zwischendurch immer wieder unschön das Tempo. Ja, Marvel hat mit "The Punisher" sehr viel Potenzial verschenkt, denn der selbstironische Charakter ist eigentlich einer der interessantesten der Reihe: zerfressen von der Erinnerung an seine Familie, selbstmordgefährdet und extrem brutal, kurz: er bietet eigentlich genau das, was man heutzutage schätzt und war somit vielleicht seiner Zeit sogar voraus. Selbst Thomas Jane in der titelgebenden Rolle hätte wohl mehr Anerkennung erhalten, wenn der Film ein paar Jahre später erschienen wäre. Der Film lässt sich anfangs etwas Zeit mit der Einführung, aber es dann in der zweiten Hälfte richtig brutal krachen. Die Actionszenen sind klasse gemacht und der düstere Soundtrack trägt seinen Teil dazu bei.

Woran liegts also? Das Problem mit dem Film ist aus meiner Sicht, dass der Streifen zu sehr Comicverfilmung ist. Hätte man den als reinen Rachethriller konzipiert und gnadenlos durchgezogen, dann hätte er noch etwas mehr punkten können. Denn im Prinzip passt alles. Thomas Jane als Frank Castle, der zum knallharten Punisher wird, ist die perfekte Wahl für diese Rolle, weil er einfach diese Mischung aus gebrochenem Mann und erbarmungslosen Rächer glaubwürdig und mit der nötigen Menge an Bedrohlichkeit, Tragik und Charisma rüberbringt. Und wenn er das stylishe Totenschädel-Shirt an hat ist er sogar noch cooler als zuvor.

Auch ist die Story dramaturgisch gut aufgebaut und der Rachefeldzug an sich so brutal wie er sein soll. John  Travolta macht einen richtig guten Job als Bösewicht, aber auch seine Schergen bringen einiges an Bösartigkeit mit. Also es stimmt eigentlich alles... wären da nur nicht die allzu albernen Nachbarn. Hätte man die weggelassen, ja dann...

7/10