Samstag, 4. Oktober 2014

The Green Mile (1999)

http://www.imdb.com/title/tt0120689/

Das Staatsgefängnis Cold Mountain im US-Staat Georgia, Anfang der 30er Jahre: Seit vielen Jahren leitet der umsichtige Oberaufseher Paul Edgecomb (Tom Hanks) den berüchtigten Block E – den Todestrakt. Eines Tages wird ihm ein großer, muskulöser Schwarzer aln neuer Häftling überstellt. John Coffey (Michael Clarke Duncan) wirkt einfältig, doch ihm wird vorgeworfen, zwei neunjährige Mädchen kaltblütig ermordet zu haben. In den Zellen sind auch Eduard Delacroix (Michael Jeter), der Indianer Arlen Bitterbuck (Graham Greene) und der irre, gefährliche Bill Wharton (Sam Rockwell) einquartiert. Täglich werden sie von Edgecomb, dem widerlichen und aggressiven Percy Wetmore (Doug Hutchison) und Brutus Howell (David Morse) unter der Gefängnisleitung von Mr. Moores (James Cameron) bewacht und betreut. Doch er den gutmütigen John Coffey näher kennen lernt, beschleichen Edgecomb zum ersten Mal Zweifel an seinem Job: Denn den verängstigten Riesen umweht eine geheimnisvolle Aura, der sich schon bald im Block E keiner mehr entziehen kann...

Wenn ich jemals eine wirklich ordentlich werkgetreue Umsetzung von Stephen King gesehen habe, dann ist das definitiv diese hier. Und ich wusste zu Beginn nicht mal, daß es das Buch gibt geschweige denn, das es diesen Film gibt. Wenn es ein Schauspieler immer wieder schafft das richtige Gespür für anspruchsvolle und Oscarreife Filme zu haben dann ist das wohl Tom Hanks. Mit seiner leichten aber immer respektvollen Art schafft er es aber auch immer wieder die Filme in denen er spielt ohne mit der Wimper zu zucken und auf seine ganz eigene Weise aufzuwerten. Er ist wie geschaffen für die Hauptrolle der Verfilmung des Stephen King Romans "The Green Mile", aber auch Regisseur Frank Darabont hat sich ein paar Jahre zuvor schon mit dem ebenfalls von Stephen King stammenden Gefängnis-Drama "Die Verurteilten" mit Tim Robbins und Morgan Freeman für die Regie bei "The Green Mile" ins Spiel gebracht und ist wohl ebenfalls der beste Mann für diesen Posten. (Möge er doch endlich "The Dark Tower" verfilmen!)

Der Film wird mit auch der King-typischen Ruhe vor dem Sturm Art dargeboten. So fällt eben die Spielzeit mit knapp 190 Minuten "etwas" üppiger aus, aber dafür kommt die Charaktertiefe in allen Sequenzen voll zum Zuge. Nichts wurde dem Zufall überlassen, aber wenn es spannend wurde, hat Regisseur Frank Darabont auch dort die richtigen Akzente in der stilistischen Umsetzung gefunden. Wenn Zeitlupen nötig waren, lief das Bild halt langsamer. Wurden Effekte benötigt wurden diese gekonnt und nicht übertrieben eingesetzt. Die Story, so ernst sie ist, wurde mit einer inspirierenden Wärme erzählt, mit Menschlichkeit und viel Herz. Die mit Hass geprägten Momente waren nicht rar, die "kleine" Wendung war absolut erstklassig, und so harmonieren so viele Gefühlswelten miteinander, dass man nicht drum herum kommt, um im grandiosen Finale des Films sich in seinen Herz erweichen muss, und Emotional nur mitfühlen kann. Zwar ist es hier mal wieder so dass der Film natürlich sehr formelhaft ist und komplett und auch sehr bewußt auf die Tränendrüse drückt. Und wäre "The Green Mile" insgesamt nicht so gut, dann könnte man ihm diese Art von Manipulation auch negativ ankreiden, so aber wird das bewußt zur Kenntnis genommen und ganz schnell wieder ignoriert. Dies ist auch der komplette Besetzung, die sich durch die Bank weg nur aus guten und talentierten Schauspielern zusammensetzt, zu verdanken.

Es ist schön zu sehen dass man die beiden Schauspieler Barry Pepper, den ich sehr gern sehe, und David Morse mal wieder gegen ihren teilweise typischen Rollentyp besetzt und sie hier mal nicht die bösen oder unsympathischen Typen sind. Man könnte jetzt zuviel Kitsch anprangen oder sich über die Religiösität des Films aufregen. Man kann sich aber auch einfach von diesem exzellenten Meisterwerk mitreißen lassen und ein Stück Filmkultur genießen. Ein sehr bewegender Film über Menschlichkeit mit einem zu Tränen rührendem Ende.

9/10

Nur in Amerika gab es den Film in einer ihm würdigen Verpackung : in einem Mediabook mit gezeichneter Front und einigen nützliche Hintergrundinfos zum Film.