Freitag, 31. Oktober 2014

Quantum Of Solace - James Bond 007: Ein Quantum Trost (2008)

http://www.imdb.com/title/tt0830515/

James Bond (Daniel Craig) hat den Tod seiner Geliebten Vesper noch immer nicht überwunden und macht sich auf die Suche nach dem Mörder. Gemeinsam mit M (Judi Dench) verhört er Mr. White (Jesper Christensen) und erfährt, dass die Organisation, die Vesper erpresst hat, viel komplexer und gefährlicher ist, als er angenommen hat. Doch gerade als die Agenten weitere Informationen aus Mr. White herausfoltern wollen, schießt ihn ein MI6-Verräter frei. Die Spur führt Bond nach Haiti, wo er dem rücksichtslosen Geschäftsmann Dominic Greene (Mathieu Amalric) in die Quere kommt, der gerade seine ausgediente Gespielin Camille (Olga Kurylenko) entsorgen will.

In "Quantum Of Solace" ist James Bond all das, was er eigentlich nicht ist. Kein Gentlemen, kaum ausgeglichen, nicht durchgehend top gepflegt, eben nicht everybody's Darling. Er ist wild, innerlich zerissen, brutal, voller Wut und will Rache. Genau damit hatte man eigentlich jene ungeschriebene James Bond Regel gebrochen. Aber auch genau das gefällt mir.

Und dass dies bewusst gemacht wurde, zeigt auch Mut der Verantwortlichen, weil sie damit rechnen mussten, dass sie langjährige Bond-Anhänger damit verärgern würden. Ich kann die eingefleischten Bond-Fans verstehen, dass sie so etwas ablehnen, aber ich für meinen Teil war froh hier einen etwas realeren James Bond zu sehen. Einen der Fehler hat und mit dem man sich dadurch auch irgendwo identifizieren kann. Die Story an sich finde ich in der Tat auch etwas dünn. Vor allem wenn man ihn zwei oder drei mal schaut und die Actionsequenzen nicht mehr so richtig fetzen, ja, vergleichsweise sogar aufgesetzt wirken. Zudem war der Bösewicht Dominic Greene (Mathieu Amalric)  auch relativ schwach. Der eigentliche Rache-Grund (seine ermordete Geliebte Vesper) verschwimmt mit zunehmender Dauer des Films. Vielleicht wurde dies auch bewusst gemacht, da Craig ohnehin einen introvertierten Bond spielt, der seine Gefühle eher durch seine Brutalität bzw. Taten zum Ausdruck bringt. Erst ganz am Ende, als die Kette in den Schnee fällt, erkennt man, dass er das Thema um Versper für sich nun abgeschlossen hatte.

Betrachtet man "Quantum Of Solace" im Kontext mit "Casino Royal" (es gibt ja schließlich einen fließenden Übergang), so bildet er jedoch eine adäquate Ergänzung, in der die persönliche Entwicklung von Bond stringent und erkennbar fortgeführt wird. Leider erfährt man nur wenig über die Organisation Quantum und ich habe gehofft, dass die Story dazu in "Skyfall" fortgeführt wird. Da dies nicht der Fall war, steht "Quantum Of Solace" irgendwie und bis hier als nichts halbes und nichts ganzes da. Und dies auch so lange, bis dies Quantum-Story fortgeführt oder zum Ende gebracht wird. Vielleicht ist es aber auch alles Taktik der Macher, man wird sehen...

Insgesamt kann ich für mich jedoch festhalten, dass mir der natürliche, brutale und wütende Bond immer noch viel mehr zusagt als ein aalglatter Brosnan. Der Film wird auch von Mal zu Mal sehen besser. Es ist einfach ein Film, den sicher auch merhfach sehen muss, um hinter alle Feinheiten zu kommen. Denn ein Bond, der absichtlich an seiner eigenen Ikonisierung rüttelt, weil er ungeschrieben Gesetze bricht ist für mich richtig mutig. Und im Endeffekt es hat sich für mich (zumindest nun beim dritten Mal schauen) voll ausgezahlt.

7/10

Zum Jubiläum 2012 gab es eine tolle Box, die alle Filme (nur "Sag niemals Nie" fehlt, da dieser Film nicht offiziell zur Reihe gehört) rund um den Geheimagenten 007 enthält - es war sogar Platz für den zu dem Zeitpunkt im Kino laufenden "Skyfall".