Sonntag, 26. Oktober 2014

Emperor - Kampf um den Frieden (2012)

http://www.imdb.com/title/tt2103264/

Auf Befehl von General Douglas MacArthur (Tommy Lee Jones) wird Japan-Experte General Bonner Fellers (Matthew Fox) in das zerstörte Tokio der unmittelbaren Nachkriegszeit geschickt. Dort soll er nach Japans Hauptkriegsverbrechern fahnden und die Lage des Kaisers von Japan untersuchen. Obwohl Kaiser Hirohito von seinem Volk sehr geschätzt wird, werden ihm schwere Kriegsverbrechen vorgeworfen. Fellers soll dabei helfen, eine Entscheidung von besonderem Ausmaß zu treffen: Soll der Kaiser vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt werden? Nebenbei will Fellers seine alte Liebe Aya (Eriko Hatsune) wiederfinden, eine Austauschstudentin, die er Jahre zuvor in den USA getroffen hat. Bei seiner Ergründung der japanischen Geschichte und der Suche nach seiner großen Liebe stellt sich Fellers grundlegende Fragen der Humanität und Weisheit, um am Ende eine Entscheidung zu treffen, die beide Nationen für immer verändern wird.

Ein wenig Geschichte. Schauplatz des Films ist Japan kurz nach seiner Kapitulation während des Zweiten Weltkriegs und der Suche des US-amerikanischen Militärs unter der Führung von General Douglas MacArthur nach japanischen Kriegsverbrechern sowie der Frage nach Kriegsschuld oder -unschuld des japanischen Kaisers Hirohito.

"Emperor" gelingt die Ausarbeitung dieser historischen Fakten mit - das muss eingestehen - starken Bildern aber nur nur teilweise. Interessant wird der Film dadurch, dass auch die japanische Seite dargestellt und keine Wertung von Schuld vorgenommen wird. Das ist lobenswert, allerdings hätten ein paar dramaturgische Freiheiten dem Film womöglich gutgetan, denn gelegentlich mangelt es schlicht etwas an Spannung. Für mein Empfinden hätte die Haupterzählung sogar noch etwas tiefer gehen können.

Dass der romantische Subplot frei erfunden ist, liegt dann noch im Bereich des Erträglichen, aber der dramaturgische Kniff, für die Untersuchung der Schuld des Kaisers nur 10 Tage einzuräumen, basiert - wenn man die Geschichte dann nachverfolgt - auf absurder Phantasie. Und wenn man sowas macht, dann sollte der Film zumindest dadurch wenigstens spannend werden. Und selbst das ist hier leider nicht der Fall. Dank eines gut aufgelegten Tommy Lee Jones und dieser tatsächlich noch für Menschlichkeit werbenden Liebesgeschichte ist trotzdem noch ein durchaus interessanter, insgesamt aber nur durchschnittlicher Film entstanden.

6/10