Samstag, 11. Oktober 2014

Die Welle (2008)

http://www.imdb.com/title/tt1063669/

Faschismus? Das war einmal! Die Verirrung vergangener Generationen und heute gar nicht mehr möglich. So zumindest ist die landläufige Meinung unter den Schülern des Gymnasiallehrers Rainer Wenger (Jürgen Vogel). Damit kann sich Herr Wenger nicht abfinden. Er startet in seiner Klasse ein Experiment, dass den Schülern die Entstehung einer Diktatur am eigenen Leibe vor Augen führen soll. Die Schüler sollen eine Organisation formen, in der Begriffe wie Disziplin und Gemeinschaft die wichtigsten Güter sind. Er selbst ernennt sich zum Anführer der Bewegung und tauft sie: "Die Welle". Doch wo Gemeinschaft ist, gibt es schnell auch diejenigen, die nicht dazu gehören wollen oder sollen. Schon wenige Tage nach Beginn des Experiments, werden diese Außenseiter von den Mitgliedern der Welle gemobbed, gehänselt und schließlich sogar misshandelt. Wenger muss erkennen, dass er die Kontrolle über das Experiment zunehmend verliert und dass die Lektion für seine Schüler auch ihn unvorbereitet trifft.

Da soll nochmal einer (ich) sagen, das aus Deutschlandkeine guten Filme kommen. Naja, es gibt immer wieder die berühmte Ausnahmen. Dieser Film ist defintiv eine dieser Ausnahmen. "Die Welle" ist ein Film, der mich mitgerissen und gepackt hat und der auf drastische und geniale Art und Weise zeigt, was mit verschiedenen Menschen bei einer diktatorischen Staatsform passieren kann und wie einfach doch so eine fast schon blinde Bewegung ausgelöst werden kann, ohne dass ihr "Führer" viel macht. Aber der Film zeigt ebenso wie schwer sie zu beenden ist. 

Alle Beteiligten spielen genial und ein besseres Ende ist für diesen Film nur schwer vorstellbar, ohne das die Aussage verloren geht. Also fast perfekt. Der einzige Kritikpunkt: für mich war der zeitliche Ablauf doch ein wenig zu schnell für das Gezeigte, die personen sind viel zu schnell bei der Sache und die Gegnerin handelt in meinen Augen zu egoistisch. Aber ansonsten besticht die Story durch Spannung, Geist und blankem Entsetzen, denn man sitzt als Zuschauer gefesselt vor dem Bildschirm und denkt sich "Das kann doch nicht sein!". Auch ein dazu passender anarchistischer und damit stimmiger Soundtrack und die perfekt besetzten Schauspieler tragen ihr Übriges dazu bei. Empfehlenswert und trotz der Freigabe ab 12 nichts für schwache Nerven.

8,5/10