Freitag, 19. September 2014

Ender's Game - Das große Spiel (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1731141/

In einer Welt der Zukunft, in der die Erde von Aliens bedroht wird, sucht man verzweifelt nach einem militärischen Genie, dem es gelingen kann, die überlegene Flotte des Gegners zu besiegen. Dazu rekrutiert Commander Mazer Rackham (Ben Kingsley) potenzielle Kandidaten bereits im Kindesalter, um sie – isoliert in einer Militärschule im Orbit – auf den entscheidenden Kampf zu trainieren. Ausbilder Colonel Hyrum Graff (Harrison Ford), scheint in dem jungen, schüchternen, aber erstaunlich intelligenten „Ender” Wiggin (Asa Butterfield), einen entsprechenden Anwärter gefunden zu haben. Wird Ender zur letzten Hoffnung der Menschheit oder wird er unter der Last des Drills, der Einsamkeit und der Verantwortung zerbrechen?

Filme mit literarischer Grundlage gibt es heutzutage wie Sand am Meer. Da gibt es die brillianten Verfilmungen, die  die in den Sand gesetzt wurden und die, die durchweg unterhalten ohne zu einem Megablockbuster zu werden. "Ender's Game" zählt zu letzterem. Ok, ich kenne die Buchvorlage nicht und kann somit nicht sagen ob der Film gut adaptiert wurde, aber mich hat "Ender’s Game" (vor allem nach vielen negativen Kritiken im Netz) total überrascht - und dies im positiven Sinne. Regisseur Gavin Hood, welcher auch das Drehbuch schrieb, hat hier einen spektakulären Science-Fiction-Streifen herausgebracht, der mir irgendwie auf Anhieb sympathisch war.



Rückblickend ist der Film auch mal etwas origineller als so manch andere SciFi-Adaptionen und entwickelt sich tatsächlich als andere Filme, aber es ist der viel zu langatmige (wenngleich unterhaltsame) Vorlauf, der den gesamteindruck etwas trübt, bis man überhaupt weiß, welche Richtung der Film gehen will. Die Einführung und Rekrutierung des jungen Ender ist dagegen viel zu schnell abgehandelt, weshalb nur schwer Sympathien zum jungen und gleichzeitg auch markanten Protagonisten entwickelt werden können. Wenn man diese Sympathie allerdings von Anfang an aufbauen kann, dann funktioniert der Streifen. Nervig ist hingegen, dass Ender alles beim ersten Mal gelingt und nicht mal große Probleme hat aufzusteigen, einfach, weil es die Handlung so erfordert.

Der Hauptcharakter, Ender Wiggin, ist meiner Meinung nach mit Asa Butterfield absolut perfekt besetzt. Seine Mimik und seine Ausstrahlung ist absolut grandios und man hat das Gefühl, als ob er bereits seit Jahrzehnten im Hollywood-Geschäft tätig sei. Die anderen Darsteller sind durchweg passabel, Ben Kingsley hat aus seiner limitierten Rolle einiges herausgeholt. Trotzdem hat mir ein anderer Nebendarsteller deutlich besser gefallen: Harrison Ford. Ich selbst bin ein großer Fan von Herrn Ford, der zwar schon deutlich bessere Filme gemacht hat, aber hier durchaus autoritär und für die Handlung noch realistisch herüberkommt, auch wenn seine Rolle an eine Militär-Karikatur grenzt.

Die überraschende Wendung im letzten Drittel hat den Film dann noch eine klitzekleine Stufe höher gehoben. Jedoch wäre diese durch ein wenig mehr emotionales Mitgefühl für die Titelrolle nur deutlich wirksamer gewesen. Seine zelebrierte stoische Art bremst hier arg und hätte dem Film eine Krone aufsetzen können. Der Film soll augenscheinlich zum Nachdenken anregen, viele Elemente sind auch durchaus interessant, jedoch werden sie scheinbar nur kurz angemerkt, weil sie interessant waren - und spielen somit für den Fortgang der Handlung keine große Rolle mehr (einzig das gedankliche Videospiel verdient besondere Erwähnung). Die Spezial Effekte können sich im Vergleich zu anderen Filmen sehen lassen. Die Szenen im All, vor allem auch jene, in denen die kleinen Soldaten schwerelos durch den Raum fliegen, sind ruhig und gut gedreht. Und so bleibt ein etwas mehr als solider Science-Fiction-Film mit einem guten Harrison Ford, der sich leider zu sehr bemüht und dank des Twists im letzten Drittel auch postiv in Erinnerung bleibt. In diesem Film hätte übrigens 3D sehr viel Sinn gemacht. Naja.

7/10