Donnerstag, 21. August 2014

Needful Things - In einer kleinen Stadt (1993)

http://www.imdb.com/title/tt0107665/

Ein merkwürdiger Fremder zieht nach Castle Rock und eröffnet einen Antiquitätenladen. Der Mann heisst Leland Gaunt und ist ein äusserst charmanter, älterer Herr, der für jeden ein offenes Ohr hat. Doch das, was er zu verkaufen hat, erweist sich als Zündfunken, der aus freundlichen und friedfertigen Bürgern böse, hasserfüllte und mörderische Kreaturen macht. Leland Gaunt, der Fremde, der mit den Ängsten der Menschen lustvoll spielt und dabei manche von ihnen in den Tod treibt, entpuppt sich schliesslich als der Leibhaftige selbst – auf der Durchreise in Castle Rock. Nur Sheriff Alan Pangborn ahnt, dass der Fremde nichts Gutes im Schilde führt und Unruhe in sein Städtchen bringt. Als sich zwei Frauen plötzlich mit Messer und Beil gegenseitig umbringen, muss Alan handeln.

Eins vorweg: da ich das Buch nicht gelesen habe und nur den Film kenne kann ich schwer irgendwelche Vergleiche aufziehen, aber da King mit dieser Verfilmung selber sehr zufrieden war, wage ich trotzdem mal zu sagen das man es hier mit einer der wenigen wirklich guten Verfilmungen von Stephen King zu tun hat. Wie bei beinahe jeder King-Verfilmung fängt im Grunde alles ganz harmlos an und auch die "Streiche" kommen zunächst verhältnismäßig harmlos daher. Aber wie üblich verschlimmert sich die Situation zusehends im Minutentakt bis die Bewohner der Stadt sogar anfangen wie wilde Tiere aufeinander loszugehen und damit entwickelt der Film einen ganz eigenen Sog der einen schließlich auch zu fesseln weiß.

Max Von Sydow gibt einen klasse und sehr interessanten Antagonisten ab; er ist charmant, manipulativ, verlogen und verführerisch, eben ein wahrer Teufel. Was aber seine Präsenz gerade so unheimlich macht ist auch die Tatsache das er kein wenig furchterregend erscheint, etwas das bei jedem Horrorfilm der Todesstoß für den Antagonisten ist, funktioniert hier überraschenderweise hervorragend. Ed Harris gibt ebenfalls eine unglaublich gute Darstellung als Kleinstadtsheriff, der die Ereignisse untersucht und als einziger in dem ganzen Chaos es schafft einen kühlen Kopf zu bewahren, ab. Aber generell hat der Film zum Großteil überaus gute Darstellerleistungen zu verzeichnen.

Überaus brutal geht es nicht zur Sache, aber mit einem gehäuteten Hund und zwei Frauen die sich mit Küchenbeil und Küchenmesser attackieren hat der Film dann doch die einen oder anderen kleinen heftigen Szenen zu vermelden, er zelebriert aber die Gewalt nicht unnötig. Auch der Score und bei diversen "Streichen" und auch Morden einsetzende klassische Musik geben dem Film auch teilweise was schön schwarzhumoriges und sarkastisches so das es auch gelegentlich sogar was zum Schmunzeln gibt.

Ein Film der gut widerspiegelt worin Habsucht, Gier und selbst die kleinlichsten Konflikte führen können und wie leicht manipulierbar wir Menschen im Grunde eigentlich sind oder sein können. Eine für mich durchaus gelungene King-Verfilmung. Nicht die beste, aber eine gelungene.

7 /10