Montag, 18. August 2014

Little Thirteen (2012)

http://www.imdb.com/title/tt2215267/

Sarah ist dreizehn. Sie und ihre beste Freundin Charly können die Jungs, mit denen sie im Bett waren, schon gar nicht mehr zählen: One-Night-Stands – flüchtig, austauschbar, ohne Verbindlichkeiten. Doch dann lernt Sarah im Chat Lukas kennen, der längst nicht so draufgängerisch ist wie die Typen, mit denen sie vorher was hatte. Zum ersten Mal in ihrem Leben entwickelt sie eine Sehnsucht nach einer Beziehung. Aber was will Lukas - und was will Sarahs Mutter von Lukas?

Ist es wirklich so? Übertreibt der Regisseur? Sind die Jugendlichen perpektivlos? Alles egal? Es scheint fast so und lässt mich mit Fragen im Kopf zurück. "Little Thriteen" ist ein sehr eindringliches, gleichzeitig tragisches und unbequemes Porträt der jugendlichen Generation 2010, die distanziert und unempfindlich trostlos durchs Leben gleiten und sich mit Drogen und oberflächlichem Sex von tieferen Gefühlen und der Wirklichkeit abzulenken versuchen. Eigentlich nichts Neues, hier aber bedrückend nahegehend und erschreckend authentisch in Szene gesetzt. Abzüge gibt es in der B-Note, weil die Musik zwar passend ausgewählt war, mich aber persönlich stellenweise etwas genervt hat. Die Mädels sehen deutlich älter aus, als ihr Spielalter es vorgab. Wegen der gezeigten - teilweise ganz schön offenherzigen - Erotikszenen auf der anderen Seite aber auch wieder verständlich. Dass der Film ab 12 ist, verstört mich daher auch etwas und lässt mich wieder einmal an der FSK zweifeln. Trotzdem: wer sich nicht von dem allzu reißerischen Titel auf eine falsche Fährte locken lässt, kann hier einen sehenswerten Indie-Film vorfinden.

7/10